E-Health bei Patienten mit Herzinsuffizienz zeigt kurzfristige Effekte17. April 2019 © Syda Productions -fotolia.com Aufgrund der demografischen Entwicklung ist mit immer mehr herzinsuffizienten Patienten zu rechnen, während die Versorgungskapazitäten auf der anderen Seite voraussichtlich nicht in demselben Maße ansteigen werden. Daher wird nach Wegen gesucht, mit E-Health die Effizienz der Gesundheitsversorgung und die Befähigung der Patienten zur Selbstfürsorge zu verbessern. Deshalb überprüfte ein Autorenteam um Kim P. Wagenaar vom Universitair Medisch Centrum Utrecht zum einen die Auswirkungen der edukativen Website „heartfailurematters.org“ der European Society of Cardiology/Heart Failure Association zusätzlich zur üblichen Versorgung. Zum anderen untersuchte es die Effekte der interaktiven e-Vita-Plattform, die Telemonitoring-Einrichtungen einbezieht, um Routineberatungen zu ersetzen, auf das Herzinsuffizienz-Management. Beide Interventionen wurden in einer parallelen, randomisierten Studie mit 3 Gruppen mit stabilen HF-Patienten aus 9 niederländischen ambulanten Kliniken mit der üblichen Versorgung verglichen. Der primäre Endpunkt war die Selbstfürsorge, gemessen mit der European Heart Failure Self-care Behaviour Scale. Sekundäre Endpunkte waren der Gesundheitszustand, die Mortalität und Krankenhauseinweisungen. Insgesamt wurden 450 Patienten eingeschlossen. Das Durchschnittsalter betrug 66,8±11,0 Jahre, 74,2% waren männlich und 78,8% gaben zu Beginn der Studie als NYHA-Klasse I oder II an. Nach einer 3-monatigen Nachbeobachtungszeit war der mittlere Score auf der Self-Care-Skala in den Gruppen, die die Website und die Plattform verwendeten, im Vergleich zur üblichen Versorgung signifikant höher (73,5 vs. 70,8 [95%-Konfidenzintervall [KI] 0,6–6,2] bzw. 78,2 vs. 70,8 [95%-KI 3,8–9,4]). Der Effekt schwächte sich jedoch ab, bis nach einem Jahr keine Unterschiede zwischen den Gruppen mehr auftraten. Die Lebensqualität zeigte ein ähnliches Muster. Andere sekundäre Endpunkte hätten sich zwischen den Gruppen nicht eindeutig unterschieden, ergänzt das Team. Fazit „Sowohl die Website heartfailurematters.org als auch ein mittels E-Health angepasster Versorgungspfad verbesserten die Selbstfürsorge bei HF-Patienten kurz-, nicht jedoch langfristig“, bilanzieren die Autoren. Eine kontinuierliche Aktualisierung der E-Health-Einrichtungen könne hilfreich sein, um die Effekte zu erhalten. (sf) Autoren: Wagenaar KP et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Effectiveness of the European Society of Cardiology/Heart Failure Association website ‚heartfailurematters.org‘ and an e-health adjusted care pathway in patients with stable heart failure: results of the ‚e-Vita HF‘ randomized controlled trial Quelle: Eur J Heart Fail 2019;21(2):238–246. Web: https://doi.org/10.1002/ejhf.1354
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