Echte versus Placebo-Hypnoseeinleitung: Schmerzlinderung hängt von der Suggestion ab6. Dezember 2024 Foto: New Africa stock.adobe.com Erkenntnisse einer Studie aus Ungarn deuten an, dass die Wirksamkeit einer Hypnose zur Schmerzbehandlung (Hypnoanalgesie) vor allem auf die darin enthaltenen Suggestionen zur Schmerzlinderung zurückzuführen ist und nicht auf andere Kontexte im Rahmen der Hypnose. Die Studie stand unter Leitung einer Gruppe von Psychologen um Zoltan Kekecs von der Eötvös Loránd University in Budapest, Ungarn. Hintergrund der Untersuchung war, dass die Wirkmechanismen und spezifischen wirksamen Komponenten von Hypnose bislang nicht gut verstanden sind. Die soziokognitive Theorie der Hypnose besagt, dass deren analgetische Wirksamkeit durch die unspezifischen Merkmale der Reaktionserwartung und des Kontexts bestimmt wird. Kekecs et al. testeten diese Behauptung, indem sie die Wirksamkeit von zwei Hypnoanalgesieverfahren in einem Within-Subject-Design unter Verwendung eines Cold-Pressor-Tests verglichen. Die beiden verwendeten Verfahren waren – mit Ausnahme der verwendeten Hypnoseinduktion – identisch, einschließlich der analgetischen Suggestionen. Während ein Verfahren eine gut etablierte Hypnoseeinleitung, inklusive Suggestionen für konzentrierte Aufmerksamkeit, Entspannung und Vertiefung, beinhaltete, wurde bei dem anderen Verfahren eine Scheininduktion unter Verwendung von weißem Rauschen verwendet. In einer konfirmatorischen Analyse (n=46) stellten die Forscher fest, dass die Schmerztoleranz beim Cold-Pressor-Test im Vergleich zum Ausgangswert unter der konventionellen und der Scheininduktionsbedingung in gleichem Maße anstieg (mittlerer Anstieg um 13,7 bzw. 12,4 sec; durchschnittlicher Unterschied innerhalb der Probanden -1,27 sec; 90 %-KI -8,46 bis 5,90). Dieser Befund stützt nach Ansicht der Studienautoren die Behauptung der soziokognitiven Theorie, wenn man bedenke, dass auch die Reaktionserwartung für die Schmerzreduktion zwischen den Bedingungen gleich war (durchschnittliche Differenz 2,30; 90 %-KI -2,23 bis 6,84). Allerdings sei die selbstberichtete Hypnosetiefe in der konventionellen Induktionsbedingung größer gewesen (durchschnittliche Differenz -0,78; 90 %-KI -1,36 bis -0,07), was den soziokognitiven Vorhersagen widerspreche. (ah)
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