ECMO bei schwerem Lungenversagen: Kann Bauchlagerung die Prognose verbessern?

Die Bauchlagerung ist bei Intensivpatienten mit schwerem ARDS ein Standardverfahren. Ob sie auch bei ARDS-Patienten vorteilhaft ist, die bereits eine ECMO erhalten, soll nun systematisch untersucht werden. (Symbolfoto: ©sudok1/stock.adobe.com)

Profitieren Intensivpatienten mit schwerem ARDS und ECMO von der Bauchlagerung? Eine neue Studie unter Leitung des Universitätsklinikums Freiburg soll diese Frage klären.

Bei Patienten mit besonders schwerem Verlauf eines akuten Atemnotsyndroms (ARDS) kann der Einsatz einer extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) nötig werden. Trotz dieser aufwändigen Therapie überlebt derzeit nur etwa die Hälfte der betroffenen Patienten.

Während die Bauchlagerung bei ARDS-Patienten ohne ECMO seit Jahren zur Standardtherapie gehört und nachweislich die Sterblichkeit senkt, ist bisher unklar, ob dieser Effekt auch während einer ECMO-Therapie besteht. Frühere Analysen von Behandlungsdaten deuteten teilweise auf einen Vorteil hin, während andere Studien keinen zusätzlichen Nutzen zeigten.

Studie an 20 erfahrenen ECMO-Zentren

Um hier mehr Klarheit zu schaffen, ist nun eine multizentrische Studie geplant. Konkret soll systematisch ermittelt werden, ob sich die Überlebenschancen von Intensivpatienten mit ARDS verbessern lassen, wenn sie frühzeitig nach Beginn der ECMO-Therapie auf dem Bauch gelagert werden. Das bundesweite Projekt wird mit insgesamt 1,7 Millionen Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Es steht unter Leitung von PD Dr. Alexander Supady, Oberarzt an der Interdisziplinären Internistischen Intensivmedizin (IMIT) des Universitätsklinikums Freiburg.

Insgesamt sollen rund 260 Patienten in 20 erfahrenen ECMO-Zentren in ganz Deutschland eingeschlossen werden. Die Durchführung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Klinische Studien (ZKS) des Universitätsklinikums Freiburg.

Ziel: Verbesserung der Überlebenschancen

„In dieser Studie werden wir gemeinsam mit anderen erfahrenen ECMO-Zentren wichtige prospektive Daten erheben“, sagt Prof. Tobias Wengenmayer, Ärztlicher Leiter der IMIT. Studienleiter Supady ergänzt: „Die Förderung durch die DFG ermöglicht es uns, eine klinisch hochrelevante Frage systematisch und auf höchstem wissenschaftlichem Niveau zu untersuchen. Unser Ziel ist es, die Überlebenschancen dieser schwerkranken Patient:innen weiter zu verbessern.“