Ehrendoktorwürde der Universität Bern für Dr. Ingeborg Hochmair

Feature PreistraegerInnen – Stiftungsfeier der Universitaet Bern im Stadttheater Bern. © Manu Friederich

Im Rahmen ihrer 184. Stiftungsfeier verlieh die Universität Bern Dr. Ingeborg Hochmair, Gründerin und CEO von MED-EL die Ehrendoktorwürde der Medizinischen Fakultät für ihre besonderen Verdienste im Bereich der Entwicklung moderner Hörlösungen.

Alljährlich erinnern die Feierlichkeiten an den Gründungstag der   Universität Bern im Jahre 1834. Neben Dr. Ingeborg Hochmair wurden in diesem Jahr sechs Persönlichkeiten mit einem Ehrendoktortitel und neun Forschende mit akademischen Preisen ausgezeichnet. Durch das Programm führte Prof. Dr. Christian Leumann, Rektor der Universität Bern.

In seiner Laudatio würdigte Prof. Dr. Hans-Uwe Simon, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Bern, Ingeborg Hochmair als „visionäre Erfinderin und Wissenschaftlerin, die mit außerordentlich großem Engagement die Entwicklung der Hörimplantat-Technologie unterstützt und aktiv an deren Weiterentwicklung teilnimmt“. Gemeinsam mit ihrem späteren Ehemann, dem Physikprofessor Erwin Hochmair, entwickelte die promovierte Elektroingenieurin in den 1970-er Jahren das weltweit erste mikroelektronische Mehrkanal-Cochlea-Implantat (CI) an der Technischen Universität in Wien, das am 16. Dezember 1977 erstmals in die Hörschnecke eines Menschen implantiert wurde. 1990 stellte das von dem Ehepaar in Innsbruck gegründete Unternehmen MED-EL die ersten Mitarbeiter ein.

Anlässlich ihrer Ehrung sagte Hochmair: „Ich danke der Universität Bern für die Würdigung unseres Lebenswerks. Viele dieser Errungenschaften waren nur durch die gleichermaßen große Leidenschaft meines Ehemannes und engsten Kollegen Erwin Hochmair, und weiterer außergewöhnlicher Partner wie Grundlagenforschern, Chirurgen, Klinikärzten, Kollegen bei MED-EL und natürlich den Nutzern der Implantate möglich. Gleichzeitig hoffe ich, dass diese Auszeichnung noch mehr Aufmerksamkeit für das gesamte Feld der Cochlea-Implantate mit sich bringt. Denn nach wie vor besteht viel Aufklärungsbedarf. Derzeit erhalten weniger als zehn Prozent der neu ertaubten Menschen ein Implantat, obwohl dadurch die Lebensqualität deutlich verbessert werden kann.“