Eierstockkrebs: Sprachbarrieren auflösen, kann Leben retten25. November 2020 Foto: © Engin Akyurt / Pixabay Die Deutsche Krebshilfe stellt Patientinnenbroschüren in türkischer und arabischer Sprache zur Verfügung, die Frauen mit Migrationshintergrund dabei helfen können, Ovarialkarzinome und die damit verbundene Behandlung besser zu verstehen. Was sind erste Anzeichen für Eierstockkrebs? Wie plane ich meine Therapie? Welche Folgen hat die Behandlung? Nur wer sich umfassend informiert, trifft die richtige Therapieentscheidung. Doch was, wenn Sprachbarrieren verhindern, dass lebenswichtige Informationen Betroffene erreichen? Eierstockkrebs bleibt oft lange unbemerkt, da Beschwerden ausbleiben. Die Heilungschancen sind aber gut, wenn sich der Tumor operativ vollständig entfernen lässt. Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 7.400 Frauen an Eierstockkrebs, auch solche mit Migrationshintergrund. Hierzulande leben laut Statistischem Bundesamt mehr als 21 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund: Die meisten stammen aus der Türkei, rund 1,5 Millionen aus arabischen Ländern wie Syrien, Libanon oder Marokko. Viele sind darauf angewiesen, Informationen in ihrer Muttersprache zu erhalten. Daher hat die Deutsche Krebshilfe nun ihre Patientinnenleitlinie “Eierstockkrebs” auch auf Türkisch und Arabisch herausgegeben. Eierstockkrebs trifft vor allem Patientinnen, die älter als 60 Jahre sind – genau in dem Alter sind jetzt viele Frauen der ersten Migrantengeneration, so Professor Dr. Jalid Sehouli, Direktor der Klinik für Gynäkologie der Berliner Charité und Sprecher der Organkommission Ovarialkarzinom der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO). “Als sie damals nach Deutschland kamen, fehlten Integrations- und Sprachkurse, heute ist es für viele zu schwierig, die deutsche Sprache noch zu lernen.” Zudem kämen durch Globalisierung oder Flüchtlingsbewegungen immer mehr Menschen aus dem Ausland nach Deutschland. “Die Patientinnenleitlinie auf Türkisch und Arabisch ist ein Meilenstein für Frauen mit Eierstock-, Eileiter- und Bauchfellkrebs, denn eine gute Aufklärung zur Erkrankung verhindert Fehler und Komplikationen und senkt die Sterblichkeit”, sagt Professor Sehouli, der an der Umsetzung des Ratgebers mitgewirkt hat.
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