Ein hochpräziser Blick ins Gehirn18. April 2025 Das neue OP-Mikroskop im Bergmannsheil erlaubt hochpräzises Arbeiten an feinsten Gewebe- oder Nervenstrukturen. (Quelle: © BG Universitätsklinikum Bergmannsheil) Feinste Hirn- und Nervenstrukturen hochpräzise vergrößern und in Echtzeit detailgetreu visualisieren: Das leistet ein neues OP-Mikroskop, das die Klinik für Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie am Bergmannsheil eigenen Angaben zufolge weltweit als erste neurochirurgische Einrichtung einsetzt. Operative Eingriffe am Gehirn oder Nervensystem stellen höchste Anforderungen an das OP-Team. Hier existieren viele empfindliche Strukturen. Selbst kleine Verletzungen an gesundem Gewebe können erhebliche Gesundheitsrisiken bedeuten. Um solche Operationen mit größtmöglicher Sicherheit durchzuführen, sind ein erfahrenes OP-Team und eine hochwertige technische Ausstattung entscheidend. „Gerade bei sehr komplexen Eingriffen kommt es darauf an, Tumoren oder andere krankhafte Gewebetypen möglichst exakt von den gesunden Strukturen unterscheiden zu können, damit sie mit höchster Präzision entfernt werden können“, erklärt Prof. Ramón Martínez-Olivera, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie im Bergmannsheil. 3D-Visualisierung und robotikunterstützte Beweglichkeit Seit Anfang des Jahres steht der Klinik ein neuartiges OP-Mikroskop zur Verfügung. Das ZEISS KINEVO 900 S bietet dem dem Hersteller zufolge dem Operateur eine sehr genaue optische Darstellung und eine hohe Vergrößerungsqualität. Dabei integriert es eine Vielzahl von digitalen Funktionen, wie zum Beispiel eine hochauflösende Visualisierung und die Möglichkeit, Bilder in Echtzeit in 2D oder 3D zu verarbeiten. Durch verschiedene Fluoreszenzmodi können Blutgefäße oder Gewebestrukturen farblich separiert dargestellt werden: Der Operateur kann so Gefäß- oder Tumorgrenzen genauer identifizieren. Dabei ist das hochflexible Mikroskop dank robotikunterstützter Beweglichkeit und automatischer Zentrierung des Fokusbereichs sehr komfortabel und intuitiv zu bedienen. Ein integriertes Endoskopietool zur Betrachtung von schwer zugänglichen Bereichen rundet die Ausstattung des Mikroskops ab. „Die Verbindung von hochwertiger OP-Mikroskopie, leistungsstarker Neuronavigation, funktionellem Neuromonitoring und der Möglichkeit, direkt im OP-Saal eine Computertomografie durchführen zu können, gilt derzeit als der Goldstandard in der Neurochirurgie“, erklärt Martínez-Olivera. „Wir freuen uns, dass wir mit dieser wegweisenden Technologie die Sicherheit für unsere Patientinnen und Patienten weiter steigern und neurochirurgische Operationen an Gehirn, Rückenmark und Wirbelsäule mit noch höherer Effizienz und Präzision durchführen können.“
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