Ein-Jahres-Ergebnisse bei Vorhofflimmern während einer Infektion

© RFBSIP – stock.adobe.com (Symbolbild)

Die Richtlinien zur Thromboseprophylaxe bei Patienten mit Vorhofflimmern (VHF) während einer Infektion waren bisher relativ unklar und noch nicht durch Daten gestützt. Dr. Anna Gundlund vom Copenhagen University Hospital Herlev-Gentofte (Dänemark) und ihre Kollegen verglichen daher die 1-Jahres-Ergebnisse bei Patienten mit infektionsbedingtem VHF und Infektionen ohne VHF.

Sie konnten zeigen, dass 36% der Patienten mit infektionsbedingtem VHF im 1. Jahr nach der Krankenhausentlassung einen erneuten Krankenhausaufenthalt wegen VHF benötigt hatten. Infektionsbedingtes VHF war im Vergleich zu einer Infektion ohne VHF zudem mit einem erhöhten Risiko für thromboembolische Ereignisse verbunden, weshalb diese Patientengruppe eine VHF-Behandlung und Nachsorge verdient, wie sie bei Patienten mit infektionsbedingtem VHF erfolgt.

Patienten mit infektionsbedingter VHF wurden mit Patienten ohne VHF 1:3 nach Alter, Geschlecht, Infektionsart und Jahr gepaart. Die Studienpopulation umfasste 30.307 Patienten mit infektionsbedingtem VHF und 90.912 Patienten mit Infektion ohne VHF (Durchschnittsalter 79 Jahre [Interquartilbereich 71–86], 47,6% Männer). Die Ergebnisse (VHF, thromboembolische Ereignisse) wurden mit der multivariablen Cox-Regression analysiert.

Das 1-Jahres-Absolutrisiko für VHF- und thromboembolische Ereignisse betrug 36,4% bzw. 7,6% (infektionsbedingter VHF) und 1,9% bzw. 4,4% (Infektion ohne VHF). In den multivariablen Analysen war infektionsbedingtes VHF im Vergleich zu Infektionen ohne VHF mit einem erhöhten Langzeitrisiko für VHF und thromboembolische Ereignisse assoziiert (HR 25,98; 95%-KI 24,64–27,39 für VHF und HR 2,10; 95%-KI 1,98–2,22 für thromboembolische Ereignisse). Darüber hinaus bestanden Unterschiede bei den Risiken verschiedener Subtypen der vorhandenen Infektionen.

Fazit
Im ersten Jahr nach der Entlassung hatten 36% der Patienten mit infektionsbedingtem VHF einen neuen Krankenhausaufenthalt wegen VHF. Infektionsbedingtes VHF war im Vergleich zu einer Infektion ohne VHF mit einem erhöhten Risiko für thromboembolische Ereignisse assoziiert. (sh)

Autoren: Gundlund A et al.
Korrespondenz: Anna Gundlund; [email protected]
Studie: One-year outcomes in atrial fibrillation presenting during infections: a nationwide registry-based study
Quelle: Eur Heart J 2020;41(10):1112–1119.
Web: https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehz873