Einfaches Maßnahmenpaket zur Krebsprävention bei über 70-Jährigen3. Mai 2022 Foto: ©Graphicroyalty – stock.adobe.com Internationales Forscherteam belegt kumulativen Effekt von Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren und Bewegung. Die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter. Doch abgesehen von präventiven Empfehlungen wie Sonnenschutz oder Nichtrauchen sind die Bemühungen der öffentlichen Gesundheit zur Krebsprävention begrenzt, sagt Heike A. Bischoff-Ferrari, Professorin für Geriatrie und Altersforschung an der Universität Zürich, Leiterin einer aktuellen Studie zu diesem Thema. „Bei Erwachsenen mittleren Alters und älteren Menschen beschränken sie sich heute weitgehend auf Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen“, erklärt Bischoff-Ferrari. Bisherige Studien haben laut der Universität Zürich gezeigt, dass Vitamin D das Wachstum von Krebszellen hemmt. Ähnlich soll Omega-3 die Umwandlung normaler Zellen in Krebszellen bremsen. Körperliche Betätigung wiederum verbessert die Immunfunktion und verringert Entzündungen, was ebenfalls zur Krebsprävention beitragen kann. Es fehlte jedoch an soliden klinischen Studien, die die Wirksamkeit der 3 Maßnahmen – für sich oder in Kombination – belegen. Um diese Lücke zu schließen, führte ein internationales Forschungsteam um Bischoff-Ferrari die DO-HEALTH-Studie durch: eine randomisierte, kontrollierte 3-jährige Untersuchung in 5 europäischen Ländern (Schweiz, Frankreich, Deutschland, Österreich und Portugal) mit 2157 Teilnehmern. Die Ergebnisse zeigen, dass täglich eingenommenes hochdosiertes Vitamin D3, zusätzliche Omega-3-Fettsäuren und ein einfaches Trainingsprogramm für zu Hause bei gesunden und aktiven Menschen >70 Jahren eine kumulative Wirkung haben. Jeder der Ansätze zeigte für sich bereits einen kleinen individuellen Nutzen. In Kombination wurde die Wirkung statistisch signifikant: Die Forschenden stellten eine Verringerung des Krebsrisikos um insgesamt 61 % fest. Kombinierte Prävention mit verschiedenen Mechanismen „Neuartige Krebstherapien zielen darauf ab, verschiedene Wege der Krebsentstehung zu blockieren, indem mehrere Wirkstoffe kombiniert werden. Wir haben dieses Konzept auf die Krebsprävention übertragen“, kommentiert Bischoff-Ferrari. „Obgleich unsere Ergebnisse in einer längerfristigen und noch größeren Studie repliziert werden sollten, qualifizieren die 3 Maßnahmen anhand ihrer hohen Sicherheit und den geringen Kosten bereits heute um die hohe Last von Krebserkrankungen bei älteren Erwachsenen zu reduzieren. Künftige Studien sollten das Potential von Kombinationsbehandlungen bei der Krebsprävention weiter überprüfen und dabei auch längere Nachbeobachtungszeiträume einbeziehen.“ Ziel ist die Teilnehmer in der DO-HEALTH Studie länger nachzuverfolgen. Aufgrund limitierter Forschungsmittel konnte das bisher nur in 2 (Zürich und Basel) der 7 DO-HEALTH Studienzentren sichergestellt werden. Die 2157 Studienteilnehmenden waren nach dem Zufallsprinzip in 8 verschiedene Gruppen eingeteilt worden, um den individuellen und kombinierten Nutzen der Interventionen zu testen: Gruppe 1 erhielt 2000 IE Vitamin D3 pro Tag (das entspricht >200 % der Menge, die derzeit für ältere Erwachsene empfohlen wird, nämlich 800 IE pro Tag), 1 g Omega-3-Fettsäuren pro Tag und 3-mal pro Woche ein einfaches Kraft-Trainingsprogramm für zu Hause; Gruppe 2 erhielt Vitamin D3 und Omega-3-Fettsäuren; Gruppe 3 Vitamin D3 und das Trainingsprogramm; Gruppe 4 Omega-3-Fettsäuren und das Trainingsprogramm; Gruppe 5 nur Vitamin D3; Gruppe 6 nur Omega-3-Fettsäuren; Gruppe 7 nur das Trainingsprogramm; und Gruppe 8 erhielt ein Placebo. Die Teilnehmenden erhielten alle 3 Monate Kontrollanrufe und wurden zu Beginn sowie im 1., 2. und 3. Jahr in den Studienzentren standardisierten und umfassenden Gesundheits- und Funktionsuntersuchungen unterzogen, inklusive Lebensstilfaktoren wie Ernährung und Physische Aktivität. Die DO-HEALTH Kohorte und Biobank ist die umfassendste Untersuchung gesunder Erwachsener im Alter ≥ 70 in Europa und wird von der Universität Zürich geleitet. Die DO-HEALTH Studie und das Netzwerk internationaler Forscher wurde im 7ten Forschungs-Rahmenprogramm der EU gefördert.
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