Einfluss der Wartezeit bis zur Diagnose auf die Überlebensrate bei Eierstockkrebs6. April 2026 Amerikanische Forschende untersuchten den Zusammenhang zwischen Überlebensrate und der Geschwindigkeit der Diagnose bei Eierstockkrebs. Dabei fiel auf: Frauen mit sehr schneller Diagnose und Frauen mit langer Verzögerung hatten eine schlechtere Überlebensrate als Frauen im mittleren Intervall. Eierstockkrebs ist schwer frühzeitig zu diagnostizieren. Seine Symptome, wie Blähungen und Bauchschmerzen, sind unspezifisch und ähneln denen anderer, häufigerer Erkrankungen. Eine frühzeitige Diagnose verbessert die Prognose bei vielen Krebsarten. Frühere Studien deuten jedoch darauf hin, dass eine schnellere Diagnose die Überlebensrate bei Eierstockkrebs nicht verbessert, was Investitionen in bessere Diagnoseverfahren hemmt. Eine mögliche Erklärung für diese Ergebnisse ist das sogenannte Wartezeitparadoxon: Die schwerstkranken Patientinnen lassen sich zwar schneller diagnostizieren, haben aber gleichzeitig eine schlechtere Prognose. „Dies könnte die Vorteile einer frühzeitigen Diagnose verschleiern und erklären, warum eine schnellere Diagnose nicht immer die Überlebensrate verbessert“, erklärt Sarah Soppe, Erstautorin der Studie. „Die Berücksichtigung des Krankheitszustands der Patientin bei ihrem ersten Arztbesuch könnte dieses methodische Problem lösen.“ U-förmiger Zusammenhang zwischen Diagnoseintervall und Überleben Das Team untersuchte die Daten von über 2300 Frauen aus North Carolina mit Eierstockkrebs, darunter Patientinnenmerkmale, Diagnosejahr und Diagnoseintervall, also die Zeitspanne vom ersten symptombedingten Arztbesuch bis zur Diagnose. Mithilfe flexibler statistischer Methoden fand das Team einen U-förmigen Zusammenhang zwischen Diagnoseintervall und Überleben: Frauen mit sehr schneller Diagnose und Frauen mit langer Verzögerung hatten eine schlechtere Überlebensrate als Frauen im mittleren Intervall. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „JAMA Network Open“ veröffentlicht. Patientinnen mit der schnellsten Diagnose wiesen wahrscheinlich so schwere Symptome auf, dass Ärzte schnell einen Krebsverdacht hegten, was mit einer schlechteren Prognose einherging. Patientinnen mit der langsamsten Diagnose hatten ebenfalls häufig fortgeschrittene Erkrankungen, wiesen aber möglicherweise weniger eindeutige Anfangssymptome auf, was zu mehr Arztbesuchen und einem Fortschreiten der Erkrankung führte, bevor der Verdacht auf Krebs geäußert wurde. Patientinnen im mittleren Intervall hatten die längsten durchschnittlichen Überlebenszeiten im Vergleich zu kürzeren und längeren Intervallen. Bei diesen Patientinnen wurden weniger Anzeichen einer fortgeschrittenen Erkrankung diagnostiziert, und sie waren häufiger jünger, weiß und stammten aus einkommensstärkeren Gegenden – alles Faktoren, die mit einem besseren Zugang zur Gesundheitsversorgung verbunden sind. Eine frühere Diagnose kann den Behandlungserfolg verbessern Die Studienergebnisse, die den Schweregrad der Erkrankung der Patientinnen berücksichtigten, legen nahe, dass eine frühere Diagnose von Eierstockkrebs die Behandlungsergebnisse für einige symptomatische Patientinnen verbessern kann. Sie beleuchten den Zusammenhang zwischen Diagnosezeitpunkt, Schweregrad der Erkrankung und Behandlungsergebnissen. „Die wichtigste Erkenntnis ist, dass Verzögerungen bei der Diagnose von Eierstockkrebs tatsächlich eine Rolle spielen können“, berichtet Prof. Caroline A. Thompson, Letztautorin der Studie. „Wir hoffen, dass diese Ergebnisse weitere Forschung und Investitionen in Instrumente anregen, die den Diagnosezeitpunkt und die Behandlungsergebnisse bei dieser aggressiven Krebsart verbessern.“ (lj/BIERMANN) Das könnte Sie zum Thema Eierstockkrebs ebenfalls interessieren: Eierstockkrebs: Fettgewebe beeinflusst Wirksamkeit der Immuntherapie KI-gestützte elektronische Nase erkennt Eierstockkrebs
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