Einfluss des Darmmykobioms auf Kolorektalkarzinom28. Mai 2019 © Crystal light – fotolia.com Wie eine neue Studie zeigt, ist eine mit Kolorektalkrebs (KRK) assoziierte Dysbiose des Mykobioms durch eine veränderte Zusammensetzung gekennzeichnet. Dies bedeutet laut den Studienautoren, dass das Darmmykobiom beim KRK eine Rolle spielen könnte. Veränderungen des Bakterioms und des Viroms stünden mit KRK in Zusammenhang, jedoch seien Pilzmikrobiota im Darm beim KRK bislang weitestgehend unerforscht, schreiben die Wissenschaftler. Zur Charakterisierung des enterischen Mykobioms beim KRK analysierten die Forscher eine fäkale Schrotschuss-Sequenzierung bei 184 Patienten mit KRK, 197 Patienten mit Adenom und 204 Kontrollpersonen aus Hongkong. Sie bildeten eine Herleitungskohorte (73 Patienten mit CRC, 92 Kontrollpersonen) und eine Validierungskohorte (111 Patienten mit CRC, 197 Patienten mit Adenom, 112 Kontrollen). CRC-assoziierte Pilzmarker und ökologische Veränderungen wurden zudem in weiteren unabhängigen Kohorten (90 Patienten mit KRK, 42 Patienten mit Adenom, 66 Kontrollpersonen) aus Deutschland und Frankreich validiert. Die Zuordnung von Taxonomien erfolgte durch exaktes k-mer-Alignment gegen eine integrierte Datenbank für mikrobielle Referenzgenome. Die Hauptkomponentenanalyse ergab separate Cluster für KRK und Kontrollen (p<0,0001) mit unterschiedlichen Mykobiomen in frühen und späten Stadien (p=0,0048). Laut den Studienautoren war das Verhältnis von Basidiomycota zu Ascomycota bei CRC höher (p=0,0042), mit einem Anstieg von Malasseziomycetes (p<0,0001) und einer Abnahme von Saccharomycetes (p<0,0001) und Pneumocystidomycetes (p=0,0017). Die Häufigkeit von 14 Pilz-Biomarkern differenzierte zwischen CRC und Kontrollen mit einer Fläche unter der Receiver-Operating Characteristic Curve (AUC) von 0,93 und validierte AUC von 0,82 und 0,74 in der unabhängigen chinesischen Kohorte V1 bzw. der europäischen Kohorte V2. Eine weitere ökologische Analyse ergab eine höhere Anzahl von gleichzeitig auftretenden Pilz-Intra-Kingdom-Korrelationen und koexklusiven Korrelationen von Bakterien und Pilzen beim KRK (p<0,0001). Zudem kehrten beim KRK gleichzeitig auftretende Interaktionen zwischen Pilzen und Bakterien bei Kontrollen, zu denen hauptsächlich Ascomycota und Proteobacteria beitrugen, zu einem koexklusiven Zusammenspiel zurück (p=0,00045). Fazit Diese Studie ergab eine CRC-assoziierte Mykobiom-Dysbiose, die durch eine veränderte Pilzzusammensetzung und -ökologie gekennzeichnet ist, was darauf hindeutet, dass das Darm-Mykobiom eine Rolle bei CRC spielen könnte. (ac) Autoren: Coker OO et al. Korrespondenz: Dr. Jun Yu, Department of Medicine and Therapeutics, Prince of Wales Hospital, the Chinese University of Hong Kong, Shatin, Hongkong, China; [email protected] Studie: Enteric fungal microbiota dysbiosis and ecological alterations in colorectal cancer Quelle: Gut 2019;68(4):654–662. Web: https://doi.org/10.1136/gutjnl-2018-317178