Einfluss von Klima, Wetter und Luftschadstoffen auf Atopische Dermatitis

Frau in der Natur kratzt sich am Hals
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Erhöhte Konzentrationen von Umweltkontaminanten und extreme Temperaturen sind auf Bevölkerungsebene mit einer erhöhten Krankheitslast der Atopischen Dermatitis (AD) assoziiert.

Die Ergebnisse eines aktuellen systematischen Reviews mit einer Metaanalyse legen nahe, dass erhöhte Konzentrationen von Umweltkontaminanten und extreme Temperaturen mit einer erhöhten Krankheitslast der Atopischen Dermatitis (AD) auf Bevölkerungsebene einhergehen. Maßnahmen zur Reduktion von Umweltverschmutzung und zur Abschwächung des Klimawandels könnten zu einer Verbesserung der Krankheitsverläufe der AD beitragen, so das Resümee einer kanadischen Autorengruppe.

Fokus auf erwachsene Patienten

Als Quelle nutzten die Forschenden die Datenbanken von Medline, Embase und die Cochrane Library, die sie systematisch von Beginn an bis zum 28. Juni 2024 durchsuchten. Eingeschlossen wurden Beobachtungsstudien, die Assoziationen zwischen Klimaeinflüssen und AD-Endpunkten bei Erwachsenen ab 18 Jahren untersuchten.

Die Suchstrategien kombinierten Medical-Subject-Heading-Begriffe, Schlagwörter für AD und jeweils einen Umweltfaktor, ohne Einschränkungen hinsichtlich Sprache, Zeitraum oder geografischer Region. Die Datensynthese erfolgte mittels Random-Effects-Modellen. Zur Bewertung der Evidenzsicherheit über die Endpunkte hinweg wurde die GRADE(Grading of Recommendations, Assessment, Development and Evaluation)-Methode verwendet.

Schlechte Luft erhöht die Zahl der Arztbesuche

Die Metaanalyse von 42 Studien ergab mehrere Zusammenhänge. Bei jedem Anstieg der spezifischen Luftschadstoffe um 10 μg/m³ wurde ein Anstieg der ambulanten Besuche aufgrund von AD beobachtet:

  • bei Partikeln mit einem Durchmesser von 10 μm oder weniger (Risikoverhältnis [RR] 1,008; 95%-Konfidenzintervall [KI] 1,003-1,012; hohe Evidenzsicherheit),
  • bei Partikeln mit einem Durchmesser von 2,5 μm oder weniger (RR 1,013; 95%-KI 0,999-1,027; moderate Evidenzsicherheit),
  • bei Schwefeldioxid (RR 1,029; 95%-KI 1,020–1,039; hohe Evidenzsicherheit) und
  • bei Stickstoffdioxid (RR 1,014; 95%-KI 0,999–1,030; moderate Evidenzsicherheit).

Extreme Umgebungstemperaturen (Hitze und Kälte) waren mit einer erhöhten Inanspruchnahme medizinischer Leistungen im Zusammenhang mit AD assoziiert (moderate bis hohe Evidenzsicherheit). Höhere Niederschlagsmengen, einschließlich Regen, könnten mit einem Anstieg des AD-Schweregrads assoziiert sein (niedrige Evidenzsicherheit), und höhere Luftfeuchtigkeit ist wahrscheinlich mit einem erhöhten AD-Schweregrad assoziiert (moderate Evidenzsicherheit).

Eine längere Dauer der Sonnenexposition wies eine unklare Assoziation mit dem Schweregrad auf (sehr niedrige Evidenzsicherheit). Passivrauch-Exposition sowie Verkehrs- und Industrieemissionen sind wahrscheinlich mit einer erhöhten Prävalenz der AD assoziiert (moderate Evidenzsicherheit). (ins)