Einsamkeit und soziale Isolation können die kognitiven Fähigkeiten von perimenopausalen Frauen beeinträchtigen20. März 2026 Laut einer neuen Studie gehen Einsamkeit und soziale Isolation nicht nur unabhängig voneinander mit einem subjektiven kognitiven Abbau bei perimenopausalen Frauen einher, sondern stehen auch in Wechselwirkung. (Symbolbild: © Tatyana Gladskih/stock.adobe.com) Der Zusammenhang zwischen sozialen Kontakten und kognitiven Fähigkeiten ist komplex, insbesondere während der Perimenopause. Eine neue Studie legt nahe, dass Einsamkeit und soziale Isolation nicht nur unabhängig voneinander mit einem subjektiven kognitiven Abbau bei perimenopausalen Frauen einhergehen, sondern auch in Wechselwirkung stehen. Die Perimenopause, die typischerweise zwischen 45 und 55 Jahren auftritt, ist eine Phase zahlreicher Veränderungen, bedingt durch einen allmählichen Rückgang der Ovarfunktion und schwankende Östrogenspiegel. Häufige körperliche Symptome sind Hitzewallungen und Schlafstörungen. Auch emotionale und kognitive Veränderungen treten auf, die das Gedächtnis, die Aufmerksamkeit und die Verarbeitungsgeschwindigkeit beeinflussen können. Frauen mit einem hohen Risiko für subjektiven kognitiven Rückgang frühzeitig zu identifizieren, ist relevant für die öffentliche Gesundheit, da so rechtzeitig Interventionen umgesetzt werden können, um kognitive Verschlechterungen zu mildern. In einer neuen Studie mit mehr als 900 perimenopausalen Frauen untersuchten Forschende die unabhängigen und gemeinsamen Zusammenhänge von Einsamkeit und sozialer Isolation mit subjektivem kognitivem Rückgang. Einsamkeit definierten sie als ein subjektives soziales Erleben, das die Unzufriedenheit mit bestehenden sozialen Beziehungen und das wahrgenommene Fehlen emotionaler Bindungen widerspiegelt. Soziale Isolation beschrieben sie als objektiven Zustand mit einem begrenzten sozialen Netzwerk, seltenen sozialen Interaktionen und reduzierter sozialer Teilnahme. Frühere Studien zeigten, dass sowohl Einsamkeit als auch soziale Isolation wichtige Risikofaktoren für verschiedene gesundheitliche Beeinträchtigungen sind, darunter kognitiver Rückgang, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Gesamtmortalität. Ihre Rolle bei perimenopausalen Frauen war jedoch bisher unklar. Frauen in der Perimenopause stehen zusätzlich zu den hormonellen Schwankungen vor weiteren Belastungen, wie beispielsweise Kinder, die aus dem Elternhaus ausziehen, zunehmenden Betreuungsaufgaben für alternde Eltern und möglicherweise Veränderungen der beruflichen Rolle. Ziel der neuen Studie war es, Hochrisikogruppen für subjektiven kognitiven Rückgang bei perimenopausalen Frauen mithilfe einer latenten Klassenanalyse zu identifizieren und die unabhängigen sowie gemeinsamen Zusammenhänge von Einsamkeit und sozialer Isolation mit subjektivem kognitivem Rückgang zu untersuchen. Dies soll ein gesundes Altern durch frühzeitige Identifikation und Intervention kognitiver Verschlechterungen fördern. Die Studienergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift „Menopause“ veröffentlicht. Die Teilnehmerinnen ließen sich anhand der Schwere der Beschwerden in zwei Gruppen einteilen: 47,8 Prozent wiesen einen leichten, 52,2 Prozent einen schweren subjektiven kognitiven Rückgang auf. Analysen zeigten, dass sowohl Einsamkeit als auch soziale Isolation unabhängig voneinander das Risiko für schwere kognitive Beschwerden erhöhten. Besonders auffällig war, dass Frauen, die gleichzeitig unter mäßiger bis starker Einsamkeit und sozialer Isolation litten, das höchste Risiko für subjektiven kognitiven Rückgang hatten. Zudem zeigten die Daten, dass zwischen Einsamkeit und sozialer Isolation sowohl additive als auch multiplikative Wechselwirkungen bestehen, was die kombinierte Bedeutung beider Faktoren für die kognitive Gesundheit in dieser Lebensphase unterstreicht. „Die Ergebnisse dieser Studie unterstreichen die Bedeutung psychosozialer Faktoren für die kognitive Gesundheit während der Wechseljahre und können die Entwicklung multidimensionaler psychosozialer Interventionen für Risikogruppen für subjektive kognitive Beeinträchtigungen in dieser Lebensphase unterstützen“, so Dr. Stephanie Faubion, medizinische Direktorin der Menopause Society. (lj/BIERMANN) Außerdem interessant zu dem Thema: Menopause verringert das Hirnvolumen und verschlechtert die psychische Gesundheit
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