Einsamkeit unter älteren Menschen mit HIV: Zusammenhänge ermittelt24. August 2023 Foto: © natus111/stock.adobe.com SHENZHEN (Biermann) – Bei älteren Menschen (Alter >50 Jahre), die mit einer HIV-Infektionen leben, ist Einsamkeit weit verbreitet, wie eine aktuelle Untersuchung belegt. Die Autoren unterstreichen, dass die Beurteilung dieses Lebensaspektes und der Wahrnehmung des Alterungsprozesses Bestandteil der routinemäßigen Versorgung von HIV-Patienten im fortgeschritteneren Alter sein sollte. Für die zwischen April 2021 und April 2022 durchgeführte multizentrische Querschnittsstudie rekrutierten die Forschenden in 4 chinesischen Städten 680 ältere HIV-Patienten (500 Männer; 180 Frauen; Durchschnittsalter 60,3±7,8 Jahre) aus Krankenhäusern für Infektionskrankheiten, die eine HIV-Behandlung anbieten. Symptome der Einsamkeit wurden mit einer 3 Punkte umfassenden UCLA Loneliness Scale ermittelt. Die Wissenschaftler berichten, dass etwa 1/5 (18,1%) der Studienteilnehmer Symptome der Einsamkeit zeigten bzw. darüber berichteten. Mit diesen Symptomen in Zusammenhang standen u.a. ein Leben in der Stadt (adjustierte OR [aOR] 3,50; 95%-KI 1,76–6,95), das Fehlen einer engen Beziehung zu den eigenen Kindern (aOR 2,85; 95%-KI 1,15–7,07), höhere Selbstwahrnehmung des Alterns (aOR 1,10; 95%-KI 1,06–1,15) sowie Heterosexualität (aOR 0,26; 95%-KI 0,13–0,52) oder Bisexualität (aOR 0,37; 95%-KI 0,16–0,82). Die Wissenschaftler fanden tatsächlich aber auch Assoziationen mit einem engeren Verhältnis der Betroffenen zu eigenen Kindern (aOR 0;36; 95%-KI 0,14–0,98) und Angaben zur Zufriedenheit mit dem eigenen Leben (aOR 0,40; 95%-KI 0,24–0,66). Als Einschränkung für die Aussagekraft der Studie nennen die Autoren, dass es sich um eine Querschnittstudie handelte, die nur Personen einschloss, die >18 Monate lang eine antiretrovirale Therapie erhalten hatten. (ac) Autoren: Wang B et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Loneliness and its correlates among older adults living with HIV: A multicenter cross-sectional study Quelle: J Affect Disord 2023;341:228–235. Web: https://doi.org/10.1016/j.jad.2023.08.130