Einsatz von Betablockern bei Patienten ab 80 Jahren

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Bekanntlich senken Betablocker die Mortalität und Morbidität bei Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF). Doch gilt dies auch für Patienten über 80 Jahre? Diese Altersgruppe ist in randomisierten, kontrollierten Studien schlecht vertreten. Daher untersuchten Forscher um Dr. Davide Stolfo vom Stockholmer Karolinska Institutet dies in einer Register-Studie.

Zu diesem Zweck schlossen sie Patienten mit einer Ejektionsfraktion <40% und einem Alter von ≥80 Jahren aus dem schwedischen HF-Register ein. Beurteilt wurde der Zusammenhang zwischen der Einnahme von Betablockern und der Gesamtmortalität und CV Mortalität/HF-bedingten Hospitalisierungen, bewertet anhand von Cox-Modellen in einer nach dem Propensity-Score 1:1 gematchten Kohorte.

Zur Beurteilung der Folgerichtigkeit wurden die gleichen Analysen in einer positiven Kontroll-Kohorte mit einem Alter <80 Jahre durchgeführt. Zudem nahmen die Autoren eine negative Kontroll-Outcome-Analyse mit einer Hospitalisierung aufgrund von Krebs als Endpunkt vor.

Wie den Ergebnissen zu entnehmen ist, erhielten von 6562 Patienten ≥80 Jahren 5640 (86%) Betablocker. In der gematchten Kohorte mit 1732 Patienten war die Verwendung von Betablockern mit einer signifikanten Verringerung des Risikos für die Mortalität aller Ursachen verbunden (HR 0,89; 95%-KI 0,79–0,99).

Hingegen stellte sich die Verringerung von CV Mortalität/HF-Hospitalisierungen als nicht signifikant heraus (HR 0,94; 95%-KI 0,85–1,05). Dies führen Stolfo und seine Kollegen auf den fehlenden Zusammenhang mit HF-Hospitalisierungen zurück, wohin­gegen die kardiovaskuläre Mortalität signifikant verringert war.

Nach Adjustierung statt Matching nach dem Propensity-Score in der Gesamtkohorte war die Einnahme von Betablockern mit einem verringerten Risiko für alle Outcomes verbunden. Bei Patienten <80 Jahren war die Betablocker-Anwendung mit einem verringerten Risiko für die Mortalität aller Ursachen (HR 0,79; 95%-KI 0,68–0,92) und den kombinierten Endpunkt (HR 0,88; 95%-KI 0,77–0,99) verbunden.

Fazit
Bei HFrEF-Patienten ab 80 Jahren war die Verwendung von Betablockern mit einer signifikanten Verringerung des Risikos für die Mortalität aller Ursachen verbunden. (sf)

Autoren: Stolfo D et al.
Korrespondenz: Gianluigi Savarese; [email protected]
Studie: Association between beta-blocker use and mortality/morbidity in older patients with heart failure with reduced ejection fraction. A propensity score-matched analysis from the Swedish Heart Failure Registry
Quelle: Eur J Heart Fail 2020;22(1):103–112.
Web: https://doi.org/10.1002/ejhf.1615