Einzigartige Kooperation verbessert MS-Versorgung in Bad Berka

Die enge Kooperation von Neurologie und Querschnittgelähmtenzentrum verbessert doe MS-Versorgung in der Zentralklinik Bad Berka. (Symbolbild: © Matthias Stolt/stock.adobe.com)

Durch die enge Kooperation von Neurologie und Querschnittgelähmtenzentrum bündelt die Zentralklinik Bad Berka Expertise für eine ganzheitliche Behandlung von Multipler Sklerose (MS). Die Deutsche MS Gesellschaft bestätigte die Qualität der Versorgung erneut mit der Rezertifizierung als MS-Zentrum.

Die Klinik für Neurologie an der Zentralklinik Bad Berka ist durch die Deutsche MS Gesellschaft (DMSG) als „Anerkanntes MS-Zentrum“ rezertifiziert worden. Die Fachgesellschaft attestierte damit die leitliniengerechte Diagnose und Therapie der MS und umfangreiche Erfahrungen. „Die Rezertifizierung würdigt das langjährige Engagement unseres Teams. Ich freue mich sehr über die erneute Auszeichnung. Unser Team ist für Menschen da, die mit einer für sie meist zutiefst schockierenden Diagnose zu uns kommen. MS ist die häufigste
neurologische Erkrankung bei jungen Menschen zwischen 20 und 40 Jahren und basiert auf einer entzündlichen Schädigung des zentralen Nervensystems aufgrund einer gestörten Immunreaktion. Unsere Pflegekräfte, Therapeuten und Ärzte sind umfassend qualifiziert, um
diesen Patientinnen und Patienten zu helfen“, so der Chefarzt der Klinik für Neurologie PD Dr. Albrecht Kunze.

Deutschlandweit einmalige Kooperation

Deutschlandweit einmalig ist an der Zentralklinik die enge Kooperation der Klinik für Neurologie mit dem Querschnittgelähmtenzentrum/Klinik für Paraplegiologie und Neuro-Urologie. Damit können Expertisen gebündelt werden. „Unsere Patienten mit MS werden ganzheitlich betreut. Das schließt auch sogenannte Tabu-Themen wie Harn- oder Stuhlinkontinenz oder auch die Einschränkung der Sexualität ein. Neben der klassisch neurologischen Diagnostik und Therapie, beginnend mit der Akutbehandlung der MS, sind wir hochspezialisiert in Bezug auf die Behandlung neurogen bedingter Funktionsstörungen des Harntraktes und des Darms. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit besteht ein tiefes Verständnis der ganzheitlichen MS-Therapie auch über den eigenen fachlichen Tellerrand hinaus. Unsere MS-Patienten können sowohl ambulant als auch stationär in unserer Klinik behandelt werden», berichtet Dr. Ines Kurze, Chefärztin des Querschnittgelähmtenzentrums/Klinik für Paraplegiologie und Neuro-Urologie.

Jährlich werden an der Zentralklinik rund 150 Patienten mit MS stationär und ambulant behandelt, zwei Drittel davon sind junge Frauen. Aufgrund der unterschiedlichen Symptomatik wird MS auch die „Krankheit mit den tausend Gesichtern“ bezeichnet. Die Beschwerden reichen von Taubheitsgefühlen, Lähmungen und Koordinationsstörungen bis hin zu Sehbeeinträchtigungen. „In unserem Zentrum bieten wir alle modernen Therapieverfahren an, um eine MS zu behandeln. Durch den Einsatz gezielter Medikamente gelingt es heute häufig, das Voranschreiten der Erkrankung aufzuhalten und die Lebensqualität entscheidend zu verbessern. Wichtig ist, eine MS früh zu erkennen, da zerstörtes Nervengewebe oft nicht wieder komplett hergestellt werden kann.», erklärt Dr. Annemarie Kiehntopf, Oberärztin der Klinik für Neurologie und Leiterin der MS-Ambulanz.

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