Eisenmangel bei entzündlichen Darmerkrankungen diagnostizieren2. Oktober 2020 © HNFOTO – stock.adobe.com Die Diagnose eines Eisenmangels bei Patienten mit CED basiert auf der Ferritin- und Transferrinsättigung (TfS), wobei diese Richtwerte nicht evidenzbasiert sind. Der lösliche Transferrinrezeptor (sTfR) ist einer der besten nicht invasiven Tests bei Patienten mit Entzündungen. Ziel einer Studie war die Bewertung der Testgenauigkeit von Ferritin und/oder TfS zur Diagnose eines Eisenmangels bei CED und die Ermittlung der optimalen Schwellenwerte dieser Parameter unter Verwendung des sTfR als Referenz. Insgesamt 2072 Proben von 202 Patienten, die mindestens eine Infusion von Biologika (Vedolizumab oder Infliximab) erhielten, wurden untersucht. Bei Colitis-ulcerosa-Patienten mit CRP <10 mg/l wurde eine optimale Diagnostik eines Eisenmangels mit Ferritin- und TfS-Schwellenwerten von 65 µg/l (Sensitivität von 0,78 und Spezifität von 0,76) bzw. 16% (Sensitivität von 0,79 und Spezifität von 0,90) beobachtet. Bei C.-ulcerosa-Patienten mit einem CRP >10 mg/l lagen die Schwellenwerte mit der besten diagnostischen Leistung bei 80 µg/l (Sensitivität von 0,75 und Spezifität von 0,82) für Ferritin und 11% für TfS (Sensitivität von 0,75 und Spezifität von 0,82). Für die Betrachtung von kombiniertem Ferritin und TfS gab es keinen Zusatznutzen. Bei Patienten mit Morbus Crohn zeigte kein Ferritin- oder TfS-Schwellenwert eine gute diagnostische Aussagekraft (AUC für Ferritin 0,65; 95%-KI 0,55–0,75; AUC für TfS 0,70; 95%-KI 0,61–0,78). Fazit Ferritin und TfS sind damit nur bei Patienten mit C. ulcerosa zuverlässige Diagnose-Parameter für die Diagnose eines Eisenmangels und dies bei Schwellenwerten, die von den aktuellen Richtlinien abweichen. Bei M.-Crohn-Patienten sollte dagegen sTfR sicherheitshalber eingesetzt werden. (bi) Autoren: Daude S et al. Korrespondenz: Laurent Peyrin-Biroulet; [email protected] Studie: Comparative accuracy of ferritin, transferrin saturation and soluble transferrin receptor for the diagnosis of iron deficiency in inflammatory bowel disease Quelle: Aliment Pharmacol Ther 2020;51(11):1087–1095. Web: https://doi.org/10.1111/apt.15739