Eisenmangel bei progredienter Herzinsuffizienz multifaktoriell

© Robert Kneschke – stock.adobe.com (Symbolbild)

Die Ätiologie des Eisenmangels bei progredienter Herzinsuffizienz (HF) ist laut einer neuen Studie komplex und multifaktoriell. Demnach scheint sie aus der Kombination von reduzierter Eisenaufnahme (Mangelernährung, Flüssigkeitsüberladung), beeinträchtigter Eisenspeicherung (Entzündung, chronische Nierenerkrankung) und Eisenverlust (Blutverlust durch Thrombozytenaggregationshemmer) zu bestehen.

Für die Studie hatten Haye H. van der Wal von der Universität Groningen, Niederlande, und Kollegen 2357 HF-Patienten aus der BIOSTAT-CHF-Kohorte untersucht. Eisenmangel wurde als Transferrinsättigung <20% definiert. Die Autoren maßen 92 kardiovaskuläre Marker, um ein Biomarkerprofil zu erstellen.

Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 69 ±12,0 Jahre, 26,1% waren weiblich und der mediane Spiegel von NT-ProBNP betrug 4305 (Interquartilsabstand 2360–8329) ng/l. Einen Eisenmangel dokumentierten die Autoren bei 1453 Patienten (61,6%), wobei die Prävalenz bei Frauen höher war (71,1% vs. 58,3%; p<0,001).

Unabhängige Determinanten des Eisenmangels waren weibliches Geschlecht, niedrigere geschätzte Proteinaufnahme, höhere Herzfrequenz, Vorliegen von peripheren Ödemen und Orthopnoe, chronische Nierenerkrankung, niedrigeres Hämoglobin, höhere Spiegel des C-reaktiven Proteins, niedrigere Serumalbumin-Spiegel und Verwendung von P2Y12-Inhibitoren (alle p<0,05). Keine dieser Determinanten war geschlechtsspezifisch.

Das Biomarkerprofil von Eisenmangel bestand größtenteils aus proinflammatorischen Markern, inkl. Paraoxonase 3 (PON3) und tartratresistenter saurer Phosphatase Typ 5. In multivariablen Cox-Regressionsanalysen ging Eisenmangel unabhängig von seinen Prädiktoren mit schlechteren Outcomes einher (HR 1,25; 95%-KI 1,06–1,46; p=0,007).

Fazit
Die Daten legen nahe, dass die Ätiologie eines Eisenmangels bei der Verschlechterung der HF komplex und multifaktoriell ist und aus einer Kombination aus verringerter Eisenaufnahme, beeinträchtigter Eisenspeicherung und Eisenverlust zu bestehen scheint. (sf)

Autoren: van der Wal HH et al.
Korrespondenz: Peter van der Meer; [email protected]
Studie: Iron deficiency in worsening heart failure is associated with reduced estimated protein intake, fluid retention, inflammation, and antiplatelet use
Quelle: Eur Heart J 2019;40(44):3616–3625
Web: https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehz680