Ekzem: Auf dem Weg zum maßgeschneidertern Impfstoff?16. Mai 2024 Foto: © triocean – stock.adobe.com Neue Forschungsergebnisse eines multidisziplinären Teams am Trinity College Dublin deuten darauf hin, dass ein „maßgeschneiderter Impfstoff“ der Schlüssel zur Behandlung bakteriell bedingter Ekzeme bei Kindern sein könnte. Zu den häufigen Symptomen bei Ekzemen gehören juckende, trockene Haut und – wenn Bakterien beteiligt sind – nässende Wunden, die zu schwereren Infektionen führen und die Lebensqualität beeinträchtigen können. Obwohl sehr selten, kann es zu lebensbedrohlichen systemischen Infektionen kommen. „Es besteht ein echter Bedarf an neuen Möglichkeiten zur Behandlung und Vorbeugung infizierter Ekzemschübe bei Kindern. Die derzeitigen Strategien sind nur begrenzt erfolgreich, und selbst wenn sie Linderung verschaffen, kann die Wirkung nur von kurzer Dauer sein, da die Symptome häufig zurückkehren. Obwohl in einigen Fällen Antibiotika erforderlich sind, bemühen sich die Wissenschaftler angesichts der wachsenden Probleme durch Antibiotikaresistenzen intensiv um alternative Möglichkeiten“, so Dr. Julianne Clowry. „In Kombination machen diese Faktoren einen maßgeschneiderten Impfstoff zu einem sehr attraktiven Ziel, da er die Schwere des Ekzems begrenzen, zu besseren, länger anhaltenden Ergebnissen führen und den Bedarf an Antibiotika verringern könnte – und das alles bei gleichzeitiger Verringerung des Risikos von Komplikationen und möglicherweise der Entwicklung anderer atopischen Erkrankungen wie Heuschnupfen und Asthma.“ Die Forschenden aus den Fakultäten für Medizin, Informatik und Statistik sowie Biochemie und Immunologie des Trinity College entdeckten wichtige Immunsignaturen bei Kindern mit infizierten Ekzemen. Das Aufspüren dieser Signaturen liefert ihnen spezifische neue Ziele, was für die theoretische Entwicklung von Impfstoffen hilfreich ist. Bei 93 Kindern im Alter von 0 bis 16 Jahren verglichen die Forschenden die Immunreaktionen zwischen drei Patientengruppen: Ekzem und eine bestätigte Hautinfektion mit Staphylococcus aureus, Ekzem, aber keine Hautinfektion mit Staphylococcus aureus und eine gesunde Gruppe von Freiwilligen. Die wichtigste Entdeckung war, dass der Anteil der T-Zellen sowie anderer Biomarker in den verschiedenen Gruppen sehr unterschiedlich war. Dieses Hauptergebnis unterstreicht, dass die Immunreaktion bei denjenigen, die infizierte Ekzeme hatten, beeinträchtigt war – durch die Unterdrückung einiger wichtiger T-Zellen, die eine wirksame Immunreaktion steuern. Diese Ergebnisse liefern einen ersten Ansatzpunkt für die Entwicklung künftiger Therapien, die gezielt wirksame Linderung bei wiederkehrenden Ekzemschüben bieten könnten. Dr. Alan Irvine sagte: „Die Wechselwirkung zwischen dem Erreger Staphylococcus aureus und Ekzemen ist zwar schon seit Jahrzehnten bekannt, aber neue wissenschaftliche Ansätze bringen immer wieder wichtige Erkenntnisse über die komplexe Beziehung zwischen diesen Bakterien und den Reaktionen des Menschen auf sie. Unsere Arbeit zeigt neue Erkenntnisse darüber auf, wie Kinder mit Ekzemen immunologisch auf eine Infektion mit diesem weitverbreiteten Bakterium reagieren.“ Dr. Rachel McLoughlin fügte hinzu: „Diese Arbeit hat ein allgemeines Muster der Immunsuppression identifiziert, das mit infizierten Ekzemschüben einhergeht und zur Unterdrückung spezifischer T-Zellen führt, die für die Einleitung einer wirksamen Immunantwort unerlässlich sind.“ Es seien nun weitere Arbeiten erforderlich, um diese Ergebnisse auf eine größere Anzahl von Personen auszuweiten. Dies werde dazu beitragen, zu bestätigen, ob die ermittelten Muster in verschiedenen Altersgruppen und in Untergruppen mit größerer ethnischer Vielfalt übereinstimmen. „Wir glauben, dass ein umfassenderes Verständnis der Immunantwort auf Staphylococcus aureus bei Ekzemen das Potenzial hat, die Behandlungsansätze zu revolutionieren und die Behandlung von Ekzemen maßgeblich zu beeinflussen“, so McLoughlin.
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