Emojis und Emoticons in der beruflichen Kommunikation unter Medizinern

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Mediziner, die in der beruflichen Kommunikation mit Kollegen auch Emojis und Emoticons verwenden, sollten nicht als unseriös abgestempelt werden, meint eine US-amerikanische Arbeitsgruppe.

Eine Studie der Forschenden hat ergeben, dass Ärzte, die sich in sicheren klinischen Textsystemen solche Darstellungen und Satzzeichenkombinationen bedienen, dies vor allem tun, um neue und in der Interaktion wichtige Informationen zu vermitteln. Dies, so erklären die Wissenschaftler, lasse die Schlussfolgerung zu, dass Bedenken hinsichtlich der Professionalität der Personen, die Emojis und Emoticons in ihre Nachrichten und Text einfließen lassen, möglicherweise unbegründet sind.

Die Analyse umfasste Nachrichten, die von Krankenhausärzten an andere Mediziner gesendet wurden. Die Studienautoren analysierten eine Teilmenge einer zufälligen 1%-Stichprobe aller Nachrichten-Threads, die ≥1 Emoji oder Emoticon enthielten, aus dem SMS-System eines großen Krankenhauses im Mittleren Westen der USA.

Die Wissenschaftler erstellten Tabellen, in den aufgeführt wurde, ob und welche Art von Emoji oder Emoticon in jedem der überprüften Threads verwendet wurde. Die kommunikative Funktion jedes Emojis und Emoticons bewerteten die Forschenden anhand eines vorgegebenen Kodierungsschemas.

An den analysierten 1319 Threads waren 80 Krankenhausärzte beteiligt. Dabei handelte es sich ungefähr zu gleichen Teilen um Männer und Frauen (49 [61%] Männer). In Bezug auf den ethnischen Hintergrund waren am häufigsten vertreten Weiße (42 [53%]), gefolgt von Asiaten (30 [37%], Schwarzen bzw. Afroamerikanern (5 [6%]), Hispano- oder Lateinamerikaner (2 [3%]). Von 41 der Teilnehmenden lag eine Altersangabe vor: 13 [32%] waren im Alter von 25–34 Jahren und 19 [46%] waren 35–44 Jahre alt.

In der Stichprobe von 1319 Threads enthielten 7% ≥1 Emoji oder Emoticon. Die Mehrheit (94 [61%)] fungierte als emotionales Zeichen, das heißt sie vermittelten den inneren Zustand des Absenders, während 49 (32%) dazu dienten, die Kommunikation zu beginnen, aufrechtzuerhalten oder zu beenden. Die Forschenden fanden keine Hinweise darauf, dass sie zu Unklarheiten führten oder als unangemessen betrachtet wurden.

Fazit
Kliniker, die Emoji und Emoticons verwenden, nuten diese Symbole in erster Linie dazu, neue und für die Interaktion wichtige Informationen zu vermitteln. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Bedenken hinsichtlich der Professionalität der Verwendung von Emoji und Emoticons unberechtigt sein könnten. (ac)

Autoren: Halverson CME et al.
Korrespondenz: Colin Halverson; [email protected]
Studie: Content Analysis of Emoji and Emoticon Use in Clinical Texting Systems
Quelle: JAMA Netw Open 2023;6(6):e2318140.
Web: https://doi.org/10.1001/jamanetworkopen.2023.18140