Endometriumkarzinom mit hohem Risiko, Rezidiv oder Metastasen: Jedes Vierte zeigt HER2-Überexpression13. Mai 2025 Bild: ©freshidea – stock.adobe.com Ein Viertel der Endometriumkarzinome mit hohem Risiko, Rezidiv oder Metastasen weist eine HER2-Überexpression auf. Das berichten Wissenschaftler um Dione van Dijk im „Journal of Clinical Oncology“. „Das Vorhandensein einer HER2-Überexpression in allen klinischen und molekularen Kategorien unterstreicht die Notwendigkeit umfassender Tests und bietet Behandlungsmöglichkeiten für ein breites Spektrum von Patientinnen“, bilanzieren die Autoren. Hintergrund ihrer Untersuchung des HER2-low-Status bei 806 Endometriumkarzinomen waren die jüngsten Erfolge des gegen HER2 gerichteten Antikörper-Wirkstoff-Konjugats Trastuzumab-Deruxtecan bei HER2-low und HER2+ Tumoren, die das Interesse an der Untersuchung des HER2-Status von Tumoren geweckt haben, welche traditionell nicht mit einer HER2-Amplifikation assoziiert sind. Den HER2-Status hatten die Forscher mittels Immunhistochemie (IHC) und dualer In-situ-Hybridisierung (DISH) in 4 Studien mit zuvor klassifiziertem Hochrisiko-Endometriumkarzinom (PORTEC-3 und Medical Spectrum Twente-Kohorte), rezidivierten oder metastasierten Endometriumkarzinomen (DOMEC) und einer Kohorte im primären Stadium IV bestimmt. Die Endometriumkarzinome wurden als HER2- (IHC 0), HER2-low (IHC 1+/2+ ohne Amplifikation) oder HER2+ (IHC 3+ oder DISH-bestätigte Amplifikation) klassifiziert. Die Überlebensanalyse erfolgte mit der Kaplan-Meier-Methode. Cox-Modelle (Proportional Hazards) bewerteten die Unabhängigkeit des HER2-Status von prognostischen Einflüssen. Von den 806 untersuchten Endometriumkarzinomen waren 74,8 % HER2-, 17,2 % HER2-low und 7,9 % HER2+. Den HER2-low-Status entdeckten die Wissenschaftler bei allen molekularen Klassen und Histotypen. Die höchsten Raten an HER2-low und HER2+ Tumoren fanden sich bei rezidivierten oder metastasierten Endometriumkarzinomen (35,6 % bzw. 15,6 %), gefolgt von Endometriumkarzinomen im primären Stadium IV (29,9 % bzw. 12,4 %) und Hochrisiko-Endometriumkarzinomen (14,2 % bzw. 6,8 %). Der HER2-Status habe keinen unabhängigen prognostischen Wert gehabt, ergänzt das Team um Seniorautor Dr. Tjalling Bosse vom Universitair Medisch Centrum Leiden, Niederlande. (sf) Autoren: Van Dijk D et al.Korrespondenz: Dr. Tjalling Bosse; [email protected]Studie: Clinical and Molecular Characteristics of High-Risk, Recurrent, or Metastatic Endometrial Cancer That Is Human Epidermal Growth Factor Receptor 2-LowQuelle: J Clin Oncol 2025;43(4):443–452.Web: doi.org/10.1200/JCO.23.02768
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