Endoprothesenregister Deutschland setzt weltweiten Standard

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Klaus-Peter Günter (Foto: ukd_albrecht)

Die Implantatklassifikation des Endoprothesenregisters Deutschland (EPRD) und des britischen National Joint Registry (NJR) sind auf dem diesjährigen 13. International Congress of Arthroplasty Registries (ISAR Congress) in Hamburg (1.-3. Juni) zum weltweiten Standard erhoben worden.

Das Outcome einer endoprothetischen Versorgung hängt dem EPRD zufolge maßgeblich von drei Faktoren ab: dem Leistungserbringer, der Patienten-Compliance und dem Implantat. Das EPRD hat bereits vor elf Jahren gemeinsam mit der Industrie eine Produktdatenbank aufgebaut, die detaillierte Informationen über Produkteigenschaften (Geometrie, Oberflächenbeschaffenheit, Material) und Funktionalitäten von mittlerweile mehr als 70.000 Implantatkomponenten enthält. In langjähriger Zusammenarbeit mit dem britischen NJR wurde das Klassifizierungssystem zwischen den beiden Registern harmonisiert. Durch die einheitlichen Klassifizierungsmerkmale werden zukünftig registerübergreifende Analysen einfacher durchführbar, die in bestimmten Fällen eine noch bessere Beurteilung von Produkten und Implantateigenschaften ermöglichen, die sich in der Praxis nicht bewährt haben. Diese Angleichung trägt kontinuierlich zu einer Verbesserung der Patientenversorgung bei, erläutert das EPRD.

„Wir freuen uns sehr, dass unsere Arbeit gemeinsam mit den britischen Freunden und Kollegen nun auf dem International Congress of Arthroplasty Registries zum weltweiten Standard erhoben wird“, erklärt Prof. Klaus-Peter Günther, Wissenschaftliche Leitung des EPRD. „Unsere Produktdatenbank erlaubt es, Auswertungen nicht nur auf der Ebene einzelner Implantate vorzunehmen, sondern auch die Bewertung einzelner Implantateigenschaften wie zum Beispiel der Oberflächenbeschaffenheit. Damit haben wir eine Datentransparenz geschaffen, die weltweit einmalig ist.“

Das EPRD verweist in diesem Zusammenhang auf den klinischen Schwerpunkt „periprothetische Infektionen” des ISAR Congress mit rund 160 Experten und Expertinnen weltweit. Den Registerverantwortlichen zufolge zählen Infektionen zu den schwerwiegenden Komplikationen in der Endoprothetik und verursachen häufig Folgeoperationen. Zwar kämen sie in Deutschland nur bei ein bis zwei Prozent aller endoprothetischen Ersteingriffe vor, stellten aber bei notwendigen Folgeoperationen am Hüftgelenk mit einem Anteil von fast 17 Prozent und am Kniegelenk mit 15 Prozent eine große Herausforderung dar. Auf dem ISAR Congress werde insbesondere die Fragestellung im Zentrum stehen, welche Behandlungsstrategien im Falle einer periprothetischen Infektion den besten Erfolg versprechen.

Neben der Vernetzung von staatlichen Einrichtungen, Benannten Stellen, der Industrie und der Wissenschaft sei ein wichtiges Ziel des ISAR Congress, die fachöffentliche Aufmerksamkeit über die Arbeit der 33 Mitgliedsregister und deren Datenangebot zu schaffen.

Über das EPRD: Das EPRD ist eigenen Angaben zufolge mit mehr als 2,8 Millionen erfassten Dokumentationen Europas drittgrößtes Register für Endoprothetik. Ziel ist die Qualitätsmessung und -darstellung der endoprothetischen Versorgung in Deutschland. Das EPRD wurde 2010 auf Initiative der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e.V. (DGOOC) gemeinsam mit dem AOK-Bundesverband GbR, dem Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek) sowie dem Bundesverband Medizintechnologie e.V. (BVMed) als freiwilliges Register aufgebaut. Betreiber des EPRD ist die gemeinnützige EPRD Deutsche Endoprothesenregister gGmbH, eine hundertprozentige Tochter der DGOOC