Entzündliche Herzerkrankungen nach SARS-CoV-2-Infektion bei Profisportlern

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In US-amerikanischen Profisportligen (Fußball, Baseball, Eishockey, Football und Basketball der Männer und Frauen) wurde bei allen Spielern, die zwischen Mai und Oktober 2020 positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden, vor der Wiederaufnahme der sportlichen Aktivitäten ein obligatorisches Herzscreening durchgeführt.

Eine Auswertung dieser Herzuntersuchungen von insgesamt 789 Athleten (Durchschnittsalter 25 ±3 Jahre; 777 Männer [98,5%]), zeigte eine entzündliche Herzerkrankung bei 5 (0,6%) der Sportler. Die Untersuchungen erfolgten im Durchschnitt 19 ±17 Tage (Spanne 3–156 Tage) nach einem positiven Testergebnis. Langfristige Nachbeobachtungen würden noch andauern, geben die Autoren um Studienleiter Dr. David J. Engel vom Columbia University Irving Medical Center, New York (USA), in „JAMA Cardiology“ an.

Konkret wurden die Profisportler nach einem positiven SARS-CoV-2-Testergebnis mittels Troponin-Tests, EKG und Ruheechokardiographie untersucht. Ligaübergreifende, anonymisierte Herzdaten wurden für die kollektive Analyse gepoolt. Diejenigen mit abnormalen Screening-Testergebnissen erhielten zusätzliche Untersuchungen, einschließlich CRT und/oder Stressechokardiographie. Von allen positiv getesteten Sportlern hatten 460 Athleten (58,3%) eine symptomatische COVID-19­Erkrankung und 329 (41,7%) eine asymptomatische oder minimal symptomatische Infektion.

Bei 30 Athleten (3,8%) wurden anormale Screening-Ergebnisse festgestellt, die zusätzliche Tests erforderlich machten. Davon wiesen 6 Athleten (0,8%) anormale Troponin-Werte auf, 10 Athleten (1,3%) Auffälligkeiten im EKG und 20 Athleten (2,5%) in der Echokardiographie. Bei 5 Athleten (0,6%) zeigte die CRT Befunde, die auf eine entzündliche Herzerkrankung hindeuteten (3 Myokarditis, 2 Perikarditis), die zu einer Spielbeschränkung führten. Es konnten keine unerwünschten kardialen Ereignisse bei Athleten festgestellt werden, die nach einer Infektion den Profisport wiederaufnahmen.

Fazit
Die Studie liefert Daten zur Bewertung der Prävalenz relevanter COVID-19-assoziierter Herzerkrankungen bei Profisportlern. Bisher wurden nur wenige Fälle von entzündlichen Herzerkrankungen festgestellt. Langfristige Nachbeobachtungen dauern noch an. (ah)

Autoren: Martinez MW et al.
Korrespondenz: David J. Engel; [email protected]
Studie: Prevalence of Inflammatory Heart Disease Among Professional Athletes With Prior COVID-19 Infection Who Received Systematic Return-to-Play Cardiac Screening
Quelle: JAMA Cardiol 2021;6(7):745–752.
Web: https://doi.org/10.1001/jamacardio.2021.0565