Entzündungen im Mund können sich auf den gesamten Körper auswirken24. September 2021 Werden immer fleißig die Zähne geputzt, wird auch der Besuch beim Zahnarzt zum Kinderspiel. Links im Bild Prof. Christian Hirsch, Direktor der Poliklinik für Kinderzahnheilkunde und Primärprophylaxe am UKL. (Foto: © Stefan Straube/UKL) Zum Tag der Zahngesundheit am 25. September macht Prof. Christian Hirsch, Direktor der Poliklinik für Kinderzahnheilkunde und Primärprophylaxe am Universitätsklinikum Leipzig (UKL), auf die Zusammenhänge von Entzündungen im Mund und Erkrankungen des Körpers aufmerksam. „In diesem Jahr steht beim Tag der Zahngesundheit die Parodontitis im Mittelpunkt ‚ eine chronische Entzündung des Zahnhalteapparates, durch die sich Zähne lockern oder verloren gehen. Dabei ist die Argumentation meist die: Wer sich nicht ordentlich die Zähne putzt, lässt bakteriellen Zahnbelag entstehen. Der ist der ‚Zündstoff‘ für akute Entzündungen, die dann später am Zahnbett chronisch werden, sodass die Zähne nicht mehr festsitzen“, sagt Hirsch. „Wir sehen das Thema mittlerweile aber weiter: Entzündungen im Mundraum schädigen nicht nur das Zahnbett, sondern können nach unseren Forschungen auch an Allgemeinerkrankungen wie Blinddarmentzündungen, der Infektion mit dem Keim Helicobacter pylori oder bei Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes beteiligt sein.“ Wie der Leipziger Klinikchef erläutert, untersuchte eine interdisziplinäre Forschergruppe des UKL, ob Bakterien der Mundhöhle bei der Entstehung einer Blinddarmentzündung bei Kindern eine Rolle spielen könnten. Dabei wurden verschiedene Bakterienarten als mögliche Erreger genetisch identifiziert – darunter ein Keim, der für verschiedene Erkrankungen der Zähne und des Zahnhalteapparates verantwortlich ist und sich häufig in den untersuchten entzündeten Wurmfortsätzen des Blinddarmes von Kindern fand. Auch das Stäbchenbakterium H. pylori – Hauptverdächtiger für Magenerkrankungen vom Sodbrennen bis zum Magengeschwür – scheint auf seinem noch unklaren Weg in den Menschen hinein von Entzündungen im Mund zu profitieren. Mit Wissenschaftlern aus Erlangen fanden die Leipziger Kinderzahnärzte um Hirsch heraus, dass sich der Keim gern in und an abgestorbenen, entzündeten Milchzähnen versteckt. „Es zeigt sich an diesen Beispielen also: Die Gesunderhaltung der Mundhöhle wirkt sich positiv auf die Vermeidung, den Verlauf und die Behandlung von Allgemeinerkrankungen aus. Prophylaktische Maßnahmen für orale Erkrankungen, wie ein gutes Zähneputzen, dienen also auch der allgemeinen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“, so Hirsch.
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