Eosinophilenzahl: Niedriger als bisher angenommen29. Juli 2020 © Andrey Popov – stock.adobe.com (Symbolbild) Während das Interesse an der Zahl der Eosinophilen im Blut im Rahmen der Behandlung chronischer Atemwegserkrankungen zunimmt, sind Normalwerte derselben in der Allgemeinbevölkerung sowie die Auswirkungen potenzieller Störfaktoren mit Einfluss auf diese Werte nicht klar definiert. Die Autoren einer neuen Studie haben daher die Blut-Eosinophilenzahlen in einer Zufallsstichprobe von 11.042 Probanden aus der österreichischen Allgemeinbevölkerung gemessen. Anschließend identifizierten sie Faktoren, die mit hohen Eosinophilenzahlen im Blut assoziiert sind (>75. Perzentil) und schlossen Probanden mit diesen Faktoren von der weiteren Analyse aus, um die mediane Eosionophilenzahl in einer „gesunden“ Subpopulation von 3641 Personen zu ermitteln. Die Wissenschaftler stellten dann fest, dass in der Kohorte insgesamt ein Alter ≤18 Jahre (OR 2,41), Asthma (OR 2,05), aktueller Nikotinkonsum (OR 1,72), ein positiver Haut-Prick-Test (OR 1,64), COPD (OR 1,56), Metabolisches Syndrom (OR 1,41), männliches Geschlecht (OR 1,36) und Adipositas (OR 1,16) signifikant (p<0,05) mit hohen Eosinophilenzahlen im Blut assoziiert waren (binäre multivariable logistische Regressionsanalyse). Diese Faktoren hatten außerdem einen additiven Effekt. Nach Ausschluss dieser Faktoren waren die Blut-Eosinophilenzahlen bei Personen im Alter >18 Jahren bei Männern höher als bei Frauen (Median 120 (5%–95%-KI 30–330) vs. 100 (5%–95%-KI 30–310) Zellen/µl) und veränderten sich mit zunehmendem Alter nicht. Fazit Die Wissenschaftler konstatieren somit, dass die medianen Blut-Eosinophilenzahlen bei Erwachsenen erheblich niedriger sind als die derzeit als normal angesehenen, sich nach der Pubertät nicht mehr verändern und signifikant von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden. (ac) Autoren: Hartl S et al. Korrespondenz: Sylvia Hartl; [email protected] Studie: Blood eosinophil count in the general population: typical values and potential confounders Quelle: Eur Respir J 2020;55(5):1901874 Web: https://doi.org/10.1183/13993003.01874-2019