ePA im europäischen Vergleich: Deutschland im unteren Mittelfeld30. September 2025 Bild: robu_s/stock.adobe.com Die Rhön Stiftung hat ein aktuelles Ranking zum Stand der elektronischen Patientenakte (ePA) in Europa vorgelegt: Während unsere nördlichen Nachbarn Vorreiter in Sachen Digitalisierung sind, bewegt sich Deutschland im unteren Mittelfeld. Die vom Institut für angewandte Versorgungsforschung (inav GmbH) durchgeführte Studie beleuchtet den aktuellen Stand der Digitalisierung im Gesundheitswesen und vergleicht die Fortschritte von 26 europäischen Ländern bei der Einführung und Nutzung der ePA. Wie bereits bei den ersten beiden Scorecard-Erhebungen der Jahre 2016 und 2018 führen mit Finnland und Dänemark auch dieses Mal zwei skandinavische Länder das Ranking an und zeigen somit die fortschrittlichste Implementierung der ePA auf nationaler Ebene. Deutschland auf gutem Weg, aber noch Herausforderungen Deutschland bewegt sich auf Platz 19 von 26 betrachteten Staaten zwar im unteren Mittelfeld, doch die Studie zeigt auch auf, dass die Weichen für eine erfolgreiche Umsetzung der ePA gestellt sind. Besonders gut schneidet Deutschland im Bereich der rechtlichen Rahmenbedingungen ab. Das Patientendaten-Schutz-Gesetz (PDSG) von 2020 und das Digital-Gesetz (DigiG), mit dem zum 1. Januar 2025 das so genannte Opt-out-Verfahren in Kraft trat, schaffen solide Grundlagen für die weitere Entwicklung. „Bei der Betrachtung der Scorecard ist zu beachten, dass statistische Daten in der Regel erst mit mehrjähriger Verzögerung verfügbar sind“, erklärt Dominika Urbanski-Rini, Studienleiterin der inav GmbH. „Das bedeutet, dass aktuelle politische Entwicklungen nicht immer angemessen abgebildet sind.“ Nachholbedarf hat Deutschland vor allem in der Kategorie „Inhalte und Funktionen der ePA“. Hier kann das Ranking aus Sicht von Prof. Volker Amelung, Geschäftsführer der inav GmbH, dazu dienen, sich gerade von den Ländern inspirieren zu lassen, die mit ihrer Im-plementierungsstrategie besonders erfolgreich sind. Dazu gehört beispielsweise Slowenien, das sich im Vergleich zum letzten Ranking im Jahr 2018 stark verbessert hat und nun den 5. Platz belegt. „Slowenien zeigt eindrucksvoll, wie durch den Fokus auf die funktionale Ausgestaltung der ePA auch kleinere Länder zu Vorreitern werden können“, so Amelung. Ranking schafft Transparenz und bietet Orientierungshilfe Die Studie stellt klar, dass die Digitalisierung im Gesundheitswesen ein fortlaufender Prozess ist, der erhebliche Investitionen und Geduld erfordert. Es geht aktuell nicht mehr um Konzepte und Visio-nen, sondern um die konkrete Umsetzung. Annette Kennel, Ge-schäftsführerin der Rhön Stiftung, sieht die European Scorecard in diesem Zusammenhang als Orientierungshilfe für die Politik und die Akteure des Gesundheitswesens: „Ländervergleiche helfen dabei, Strategien und Prioritäten für die Digitalisierung im eigenen Land zu setzen. Insbesondere bei der Implementierung der ePA können wir von den Erfahrungen anderer lernen.“
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