ER-/PgR-Tests bei Brustkrebs: Neue Empfehlungen amerikanischer Fachgesellschaften30. Juli 2020 © Axel Kock – stock.adobe.com Die American Society of Clinical Oncology (ASCO) und das College of American Pathologists (CAP) haben ihre wichtigsten gemeinsamen Empfehlungen zu ER- und Progesteronrezeptor(PgR)-Tests im Rahmen ihrer Brustkrebsleitlinie aktualisiert. Nach einer systematischen Überprüfung der medizinischen Literatur empfiehlt ein von den Fachgesellschaften bestelltes Expertengremium weiterhin ER-Tests bei invasiven Brustkrebserkrankungen durch validierte Immunhistochemie als Standard für die Vorhersage, welche Patienten von einer endokrinen Therapie profitieren können. Zu diesem Zweck werden keine anderen Tests empfohlen. Brustkrebsproben mit zu 1–100% positivem Tumorkern sollten als ER-positiv interpretiert werden. Das Expertengremium räumt jedoch ein, dass nur begrenzte Daten zum Nutzen der endokrinen Therapie bei Krebserkrankungen vorliegen, bei denen 1–10 % der Zellen ER-positiv färben. Proben mit diesen Ergebnissen sollten unter Verwendung einer neuen Dokumentationskategorie – „ER Low Positive“ – mit einem empfohlenen Kommentar vermerkt werden. Eine Probe wird als ER-negativ angesehen, wenn <1% oder 0% der Tumorzellkerne immunreaktiv sind. Weitere Strategien zur Förderung einer optimalen Leistung, Interpretation und Meldung von Fällen mit einem anfänglich niedrigen bis keinem ER-Färbeergebnis umfassen die Festlegung eines laborspezifischen Standardarbeitsverfahrens. Dieses soll zusätzliche Schritte beschreiben, die vom Labor zur Bestätigung/Beurteilung der Ergebnisse verwendet werden. Der Status der Kontrollen sollte für Fälle mit 0–10% Färbung angegeben werden. Ähnliche Prinzipien gelten für PgR-Tests, die hauptsächlich für Prognosezwecke im Kontext einer ER-positiven Krebserkrankung verwendet werden. Ein Test eines duktalen Carcinoma in situ (DCIS) auf ER wird empfohlen, um den potenziellen Nutzen endokriner Therapien zur Verringerung des Risikos für künftigen Brustkrebs zu bestimmen, während die Prüfung von DCIS auf PgR als optional angesehen wird. Fazit Nach einer systematischen Überprüfung der medizinischen Literatur empfiehlt ein von den Fachgesellschaften bestelltes Expertengremium weiterhin ER-Tests bei invasiven Brustkrebserkrankungen durch validierte Immunhistochemie als Standard für die Vorhersage, welche Patienten von einer endokrinen Therapie profitieren können. (ac) Autoren: Allison KH et al. Korrespondenz: Clinical Practice Guidelines; [email protected] Studie: Estrogen and Progesterone Receptor Testing in Breast Cancer: ASCO/CAP Guideline Update Quelle: J Clin Oncol 2020;38(12):1346–1366. Web: https://doi.org/10.1200/JCO.19.02309