ERC-Grant für die Erforschung der oligovaskulären Schnittstelle13. Dezember 2019 Prof. Carmen Ruiz de Almodóvar (Foto: UMM) Prof. Carmen Ruiz de Almodóvar von der Medizinischen Fakultät Mannheim hat erfolgreich einen ERC Consolidator Grant eingeworben. Ihr Projekt zielt darauf ab, neue Erkenntnisse über die Rolle des Gefäßsystems als Regulator der Oligodendrozytenerzeugung und -funktion zu gewinnen. Trotz der schwerwiegenden Folgen demyelinisierender Erkrankungen wie der Multiplen Sklerose sind die genauen Mechanismen, durch die Oligodendrozyten angegriffen werden und die eine Wiederherstellung der Myelinscheide fehlschlagen lassen, weitgehend unbekannt. Um erfolgreiche Behandlungen für diese Erkrankungen entwickeln zu können, ist ein genaueres Verständnis der Oligodendrozytenbiologie und der Myelinpathologie notwendig. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass Blutgefäße nicht nur Sauerstoff und Nährstoffe liefern, sondern auch die Organfunktion aktiv regulieren. Die jüngste Arbeit von Ruiz de Almodóvar unterstützt die Existenz einer oligovaskulären Schnittstelle (“oligovascular interface”, OLI.VAS), an der die Gefäße direkt die Bildung von Oligodendrozyten-Vorläuferzellen steuern. Wie aber genau die Wechselwirkung zwischen Oligodendrozyten und dem Gefäßsystem vonstatten geht, ist weitgehend unbekannt. Das Projekt OLI.VAS stellt sich der Herausforderung, die molekularen Wechselwirkungen zwischen Oligodendrozyten und dem Gefäßsystem während der normalen Entwicklung und der Demyelinisierung im Rahmen von Erkrankungen eingehend zu untersuchen. Die Wissenschaftler hoffen, damit einen wissenschaftlichen Durchbruch zu erzielen – in einem Bereich, der für Krankheiten wie die Multiple Sklerose von hoher Bedeutung ist. Carmen Ruiz de Almodóvar studierte Biochemie an der Universität von Granada in Spanien und wurde 2004 am Institut für Parasitologie und Biomedizin, einer Einrichtung des Spanischen Nationalen Forschungsrates, promoviert. Anschließend arbeitete sie als Postdoktorandin am Vesalius Research Center des Flanders Institute for Biotechnology (VIB) und der Katholischen Universität Leuven in Belgien. Danach wechselte die Wissenschaftlerin 2011 als Juniorgruppenleiterin an das Biochemie-Zentrum der Universität Heidelberg. Zum September 2018 nahm sie den Ruf auf die Professur für Vaskuläre Dysfunktion an der Medizinischen Fakultät Mannheim an.
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