Erfahrungen mit Urosymphysenfisteln und Osteomyelitis des Beckens24. November 2022 Entzündungen und Fisteln der Symphyse sind eine gefürchtete Komplikation bei Bestrahlung des Beckens. Grafik: vipman4 – stock.adobe.com Das definitive operative Management verbessert die Schmerzkontrolle und reduziert den Opioidgebrauch von Patienten mit Urosymphysenfisteln und Osteomyelitis des Beckens. Dies berichten Mediziner der Cleveland Clinic Foundation in Ohio, USA. Die Urosymphysenfistel (USF) ist eine seltene, aber schmerzhafte und verheerende Erkrankung, die typischerweise nach einer Strahlentherapie bei malignen Beckenerkrankungen auftritt. Die Diagnose erfolgt oft verzögert und die Erkrankung birgt das Risiko einer Opioidabhängigkeit. US-amerikanische Urologen haben jetzt die Erfahrungen mit der USF in ihrer Institution publiziert und die Auswirkungen einer Intervention auf die Schmerzkontrolle und den Opioidkonsum bestimmt. Dabei zeigte sich, dass die Entfernung von Schambeingewebe und/oder der Blase zu einer Verringerung der Schmerzen und des Opioidgebrauchs führen kann. Uzoma A. Anele und Kollegen werteten die Daten von 33 erwachsenen Patienten aus, bei denen USF diagnostiziert wurde und die zwischen 2009 und 2021 behandelt wurden. Sie erhoben den chronischen Opioidkonsum, Schmerzwerte, vorherige Therapien für maligne Erkrankungen des Beckens, erfolgte endoskopische Eingriffe, mikrobiologische und histologische Kongruenz sowie postoperative Komplikationen. Fast 94% der Patienten hatten zuvor eine Strahlentherapie im Beckenbereich erhalten. Bei >80% traten die Beschwerden in den Jahren 2016–2021 auf, aber die Patienten erhielten erst nach im Median 10 Monaten (IQR 3,5–19,5) die Diagnose USF. Osteomyelitis wurde in 78,8% der Bildgebungsberichte vermutet und fast 70% hatten eine positive präoperative Urinkultur. >90% der Patienten unterzogen sich einer Zystektomie oder einem Debridement bzw. einer Resektion des Schambeins und einer Weichgewebe-Pedikellappenplastik. Die präoperativen Urinkulturen stimmten mit 60% der intraoperativen Gewebe-/Knochenkulturen überein. Eine histologische Osteomyelitis wurde bei 85% identifiziert und stimmte bei 80% mit der präoperativen Bildgebung überein. Komplikationen mit Clavien-Dindo-Grad ≥3 traten bei 15,6% auf. Der mediane Schmerzscore sank von präoperativ 4 (IQR 0-8) auf postoperativ 0 (IQR 0) (p<0,001). Der chronische Opioidkonsum sank von 39,4% auf 21,2% (p=0,02). Die Autoren resümieren, dass eine pelvine Osteomyelitis die USF komplizieren kann und sich häufig mit starken, anhaltenden Schmerzen manifestiert. Ein definitives Management der Erkrankung führt zu einer signifikanten Verbesserung in Bezug auf den Schmerz und einem Rückgang des chronischen Opioidkonsums. (ms)
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