Erfolg mit hoher Einzeldosis bei Prostatakrebs-Bestrahlung23. März 2021 Foto: Alex Tihonov -stock.adobe.com In einer randomisierten klinischen Phase-II-Studie zur Strahlentherapie bei Prostatakrebs mit mittlerem Risiko erwies sich eine Einzeldosis von 24 Gy so sicher und wirksam wie eine 5-fache Dosis von 9 Gy. In der Studie PROSINT wurden 30 Patienten mit organbegrenztem Prostatakrebs mit mittlerem Risiko zwischen September 2015 und Januar 2017 per Zufall einer Radiotherapie mit einer hohen Einzeldosis von 24 Gy (utlra-high single-dose radiotherapy, SDRT) oder der hypofraktionierten stereotaktischen Radiotherapie mit 5-mal 9 Gy (hypofractionated stereotactic body radiotherapy, SBRT) als Kontrollarm zugewiesen. Eine Androgenentzugstherapie war nicht erlaubt. Die Daten wurden von März bis Mai 2020 ausgewertet. Der primäre Endpunkt waren toxische Wirkungen. Die sekundären Endpunkte waren das PSA-Ansprechen, das PSA-rezidivfreie Überleben und die vom Patienten gemeldete Lebensqualität, gemessen mit den Fragebögen IPSS (International Prostate Symptom Score) und EPIC-26 (Expanded Prostate Cancer Index Composite with 26 items). Insgesamt 30 Männer wurden randomisiert. Das mittlere Alter betrug 66,3 (Interquartilbereich [IQR] 61,2-69,9) bzw. 73,6 (IQR 64,7-75,9) Jahre für den SBRT- bzw. SDRT-Arm. Die Zeit bis zum Auftreten und die Dauer der akuten und späten toxischen Wirkungen waren in den beiden Versuchsarmen ähnlich. Die kumulativen späten toxischen Wirkungen auf den Harntrakt unterschieden sich nicht für Grad 1 (Hazard Ratio [HR] 0,41; 90%-Konfidenzintervall [KI] 0,13-1,27) und Grad 2 oder höher (HR 1,07; 90%-KI 0,21-5,57). Die späten toxischen Wirkungen von Grad 1 auf den Gastrointestinaltrakt (GI) waren vergleichbar (HR 0,37; 90%-KI 0,07-1,94), und es gab keine späten GI-toxischen Wirkungen von Grad 2 oder höher. In beiden Studienarmen kam es nach 36 Monaten zu einem Rückgang des PSA-Spiegels auf weniger als 0,5 ng/ml. Bei einer günstigen Erkrankung mit mittlerem Risiko traten keine PSA-Rückfälle auf, während in der ungünstigen Kategorie die 4-Jahres-Überlebenswerte ohne PSA-Rückfall 75,0% gegenüber 64,0% (HR 0,76; 90%-KI 0,17-3,31) für SBRT vs. SDRT betrugen. Die mittleren EPIC-26-Zusammenfassungswerte für die Urogenitaltrakt- und GI-Domänen fielen nach 1 Monat vorübergehend ab und kehrten in beiden Armen nach 3 Monaten zu den Werten vor Behandlung zurück. Die von den IPSS-Werten abgeleiteten vorübergehend aufflackernden Symptome im Harntrakt traten nach 9-18 Monaten bei 20% (90%-KI 3-37) der Patienten auf, die SDRT erhielten. “In dieser randomisierten klinischen Studie an Patienten mit Prostatakrebs mit mittlerem Risiko war die SDRT sicher und mit einer geringen Toxizität verbunden, und die Endpunkte der Tumorkontrolle und der Lebensqualität stimmen eng mit den Ergebnissen des SBRT-Arms überein”, resümieren die Autoren um Carlo Greco, Lissabon (Portugal). Die Daten könnten Wissenschaftler zu weiteren Studien ermutigen, “um SDRT als kostengünstige und patientenfreundliche Behandlung bei Prostatakrebs zu etablieren”, schätzen sie. (ms) Publikation: Greco C, Pares O, Pimentel N et al. Safety and Efficacy of Virtual Prostatectomy With Single-Dose Radiotherapy in Patients With Intermediate-Risk Prostate CancerResults From the PROSINT Phase 2 Randomized Clinical Trial. JAMA Oncol 2021 Mar 11
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