Erfolgreiche Ausgründung gelungen27. April 2022 Das Clickmer-Systems-Team im Gründer- und Technologiezentrum Rheinbach (von links): Stefanie Büsch – Dr. Joachim Schorr – Dr. Maren Hamann – Prof. Dr. Günter Mayer – Dr. Nora Karnowski – Prof. Dr. Michael Famulok und Dr. Elisa Merklinger. Foto: Sandra Todaro/WFEG Rheinbach Das britische Unternehmen APIS Assay Technologies Ltd hat das Ausgründungsprojekt Clickmer Systems der Universität Bonn, welches am Life Science Inkubator (LSI) weiterentwickelt wurde, für einen einstelligen Millionen-Euro-Betrag übernommen. Das Startup entwickelt Clickmere als eine synthetische Alternative zu Antikörpern, die in der Forschung und der medizinischen Diagnostik eingesetzt werden können. Mit den Clickmeren lassen sich etwa Virusinfektionen nachweisen, der Impfstatus bestimmen oder auch Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantationen feststellen. Das Unternehmen will die innovativen Produkte nun rasch auf den Markt bringen, damit Anwender bald davon profitieren können. Ein wichtiger Bestandteil des Immunsystems sind Antikörper, die aus Proteinen bestehen und Krankheitserreger in Schach halten. In der Medizin werden sie etwa als Impfstoff, zur Krebstherapie oder für die Diagnostik eingesetzt. Der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Günter Mayer vom LIMES-Institut der Universität Bonn ist es gelungen, solche Antikörper anwendungsbezogen durch synthetische “Clickmere” zu ersetzen. Die Technologie geht auf Pionierarbeiten von Prof. Dr. Michael Famulok zurück, der ebenfalls am LIMES-Institut forscht. “Unser Team konnte in den vergangenen Jahren die Anwendbarkeit der Clickmer-Technologie und ihre ökonomische Verwertbarkeit zeigen”, sagt Prof. Mayer, der auch Transferbeauftragter der Universität Bonn ist. “Nun geht es darum, zusammen mit APIS Assay Technologies unsere Entwicklungen schnell zur kommerziellen Marktreife innerhalb der In-vitro-Diagnostik zu bringen, damit Anwender davon profitieren können.” Mit dem Unternehmen aus Manchester (England) übernimmt nun ein erfahrener Entwickler von Tests für die Molekulardiagnostik die Entwicklung zur Markteinführung. “Apis Assay Technologies nutzt die Leistungsfähigkeit von Systembiologie, Big Data und neuartiger synthetischer Clickmer-Technologie, um diagnostische Tests zu entwickeln. Diese innovativen Tests können die Vorhersage und Prävention von Krankheiten erheblich verbessern”, sagt Dr. Ian Kavanagh, Chief Operating Officer (COO) von APIS Assay Technologies. Das Startup wurde in den vergangenen drei Jahren am Life Science Inkubator bis zur Investitionsreife entwickelt. Gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 1,7 Millionen Euro. “Die Technologie und das Team haben den LSI im Evaluierungsprozess überzeugt, so dass wir in den letzten drei Jahren gemeinsam das Projekt zur Kommerzialisierungsreife entwickelt haben”, sagt LSI-Geschäftsführer Dr. Jörg Fregien. Unterstützung vom Team des Transferzentrums enaCom Unterstützung bekam das Startup außerdem durch den Technologietransfer der Universität Bonn und das neue Center enaCom. Das Team beriet unter anderem bei Marketing und Patentierungen. “Wir sind von der rasanten Entwicklung von Clickmer Systems begeistert und freuen uns, dass das Projekt nun im großen Maßstab von einem erfahrenen Unternehmen aufgegriffen wird”, sagt enaCom-Leiterin Sandra Speer. Ansiedlung im Gründer- und Technologiezentrum Rheinbach Das Clickmer-Systems-Team, bestehend aus Projektleiter Dr. Joachim Schorr, Dr. Nora Karnowski, Dr. Maren Hamann, Dr. Johanna Kauppila und Stefanie Büsch, wird auch unter dem Dach von APIS Assay Technlogies weiterforschen und weiterwachsen. Die Vernetzung mit der Universität Bonn und der Region bleibt bestehen, da Clickmer Systems Räume im Gründer- und Technologiezentrum Rheinbach beziehen wird. “Nun können wir zeigen, was wir können”, freut sich Dr. Nora Karnowski. Von der Forschung in die kommerzielle Entwicklung war es für das Startup ein arbeitsreicher Weg. Mayer hat es nicht bereut: “Mich reizt es, zusammen mit meinem motivierten Team Grundlagenforschung mit Anwendungen in Diagnostik und Therapie zu verbinden.” Der Wissenschaftler, der auch Mitglied der Transdisziplinären Forschungsbereiche (TRA) “Leben und Gesundheit” und „Bausteine der Materie und fundamentale Wechselwirkungen“ der Universität Bonn ist, freut sich, dass mit solchen Initiativen auch Arbeitsplätze und viel versprechende gesundheitliche Perspektiven für unsere Gesellschaft geschaffen werden.
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