„Erfüllung des Versorgungsauftrags nicht mehr gewährleistet“ – Anästhesisten schreiben offenen Brief an Gesundheitsminister9. November 2021 Foto: ©cirquedesprit – stock.adobe.com Mit rund 30.000 Ärztinnen und Ärzten im Hintergrund haben die deutschen Anästhesisten einen eindringlichen Appell an Bundesgesundheitsminister Spahn und seine Länderkollegen gerichtet, wirksamere Schritte zur Eindämmung der Corona-Pandemie einzuleiten. Es gehe inzwischen nicht mehr allein um Engpässe bei der Versorgung der COVID-19-Erkrankten in den Kliniken. Mit größter Sorge betrachte man jetzt auch die aktuellen und mittelfristigen Auswirkungen für die Gesamtbevölkerung, zum Beispiel für Patientinnen und Patienten mit Herzinfarkt, schweren Verletzungen oder Krebserkrankungen, die nicht mehr ausreichend versorgt werden könnten, schreiben der Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA) und die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) in einem offenen Brief an die Gesundheitsminister. In vielen Städten und Kreisen seien die Akutversorgung der Bevölkerung mittlerweile gefährdet und die Erfüllung des Versorgungsauftrags bei den Nicht-COVID-19-Patienten nicht mehr gewährleistet. Booster-Impfungen für alle und examinierte Pflegekräfte in Beruf zurückholen In ihrem Brief an Minister Spahn und seine Kolleginnen und Kollegen aus den Ländern fordern die Anästhesisten unter anderem eine 2G-Regelung verbindlich für alle Bereiche des öffentlichen Lebens, besonders auch bei Großveranstaltungen. Kontaktbeschränkungen sollen strikt eingehalten werden. Außerdem setzen sich die Anästhesisten für Booster-Impfungen für alle ein, ebenso wie für einfachere Regeln beim Impfen. Die Anästhesisten wiederholen in den Schreiben auch ihre Forderung nach einer effektiveren Unterstützung der Intensivmedizin, die in der Corona-Pandemie nach wie vor überlastet wird: Examinierte Schwestern und Pfleger müssten in den Beruf zurückgeholt und die Ausbildung für Neubewerber attraktiver gestaltet werden. Pflegekräfte, Ärztinnen und Ärzte, die auf den Intensivstationen noch zur Verfügung stünden, steuerten sehenden Auges auf eine massive Überlastungssituation zu, die das Problem der Personalnot noch erheblich verschärfen werde, so die Anästhesie-Verbände. Sie sagen voraus, dass sich Abwanderung und Krankenstand weiter erhöhen und sich die Zahl der betreibbaren Intensivbetten weiter reduzieren werde.
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