Erhaltungstherapie bei Patientinnen mit neu diagnostiziertem Eierstockkrebs: Rucaparib als Erstlinie wirksam und mit signifikantem Nutzen

PHOENIX (Biermann) – Prof. Bradley Monk vom HonorHealth Research Institute (USA) und sein Team kamen im Rahmen ihrer aktuellen Studie zu dem Schluss, dass eine Rucaparib­Monotherapie bei fortgeschrittenem Ovarialkarzinom mit und ohne homologe Rekombinationsdefizienz (HRD) als Erstlinien-Erhaltungstherapie wirksam ist. Zudem bietet Rucaparib einen signifikanten Nutzen gegenüber Placebo.

Mit der ATHENA-Studie untersuchten die Wissenschaftler die Rucaparib-Erstlinien-Erhaltungstherapie bei einer breiten Patientinnenpopulation. Sie berichten über die Ergebnisse des ATHENA-MONO-Vergleichs von Rucaparib mit Placebo. An der Studie nahmen auch Pateintinnen teil, die keine BRCA1- oder BRCA2-Mutationen, oder andere Hinweisen auf eine HRD, oder klinische Hochrisikomerkmale wie eine Resterkrankung hatten.

Patientinnen mit hochgradigem Ovarialkarzinom des Stadiums III–IV, die sich einer zytoreduktiven Chirurgie (vollständige Resektion erlaubt) unterzogen und auf eine Erstlinientherapie mit Platin-Dublett-Chemotherapie ansprachen, wurden randomisiert. Im Verhältnis 4:1 erhielten die Probandinnen oral entweder 2-mal täglich 600 mg Rucaparib oder Placebo. Stratifizierungsfaktoren waren HRD-Teststatus, Resterkrankung nach Chemo­therapie und Zeitpunkt der Operation. Der primäre Endpunkt des vom Prüfarzt bewerteten PFS wurde mit einem Step-down-Verfahren zuerst in der HRD- (BRCA-Mutante oder BRCA-Wildtyp/Tumor reich an Verlust der Heterozygotie) und dann in der Intention-to-treat(ITT)-Population analysiert.

Bis zum 23. März 2022 teilten die Studienautoren 427 bzw. 111 Patien­tinnen dem Rucaparib- bzw. Placebo-Arm zu (HRD-Population: 185 vs. 49). Das mediane PFS betrug in der HRD-Population mit Rucaparib 28,7 Monate (95 %-KI 23,0 bis nicht erreicht) und 11,3 Monate (95 %-KI 9,1–22,1) mit Placebo (Log-Rank P=0,0004; HR 0,47; 95 %-KI 0,31–0,72). Dementsprechend waren es 20,2 (95 %-KI 15,2–24,7) vs. 9,2 Monate (95 %-KI 8,3–12,2) in der ITT-Population (Log-Rank P<0,0001; HR 0,52; 95 %-KI 0,40–0,68).

In der HRD-negativen Population betrug das mediane PFS mit Rucapatib 12,1 (95 %-KI 11,1–17,7) und 9,1 Monate (95 %-KI 4,0–12,2) mit Placebo (HR 0,65; 95 %-KI 0,45–0,95). Die häufigsten behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse ≥3. Grades waren Anämie (Rucaparib 28,7 % vs. Placebo 0 %) und Neutropenie (14,6 % bzw.0,9 %). (sh)

Autoren: Monk BJ et al.
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Studie: A Randomized, Phase III Trial to Evaluate Rucaparib Monotherapy as Maintenance Treatment in Patients With Newly Diagnosed Ovarian Cancer (ATHENA-MONO/GOG-3020/
ENGOT-ov45)
Quelle: J Clin Oncol 2022;JCO2201003.
Web: www.doi.org/10.1200/JCO.22.01003