Erhöhte Arsenkonzentration in Reis durch steigende Temperaturen15. September 2025 © Paitoon – stock.adobe.com (Symbolbild) Steigende globale Kohlendioxidkonzentrationen (CO2) in der Atmosphäre und steigende Oberflächentemperaturen könnten sich nicht nur negativ auf die Reiserträge und die Nährstoffqualität auswirken, sondern auch zu einer Arsenanreicherung in dem wichtigen Lebensmittel führen. Davor warnt ein chinesisch-US-amerikanisches Forscherteam in „The Lancet Planetary Health“. Dieses hatte in einer Modellierungsstudie die Auswirkungen von CO2– und Temperaturanstiegen (einzeln und in Kombination) auf die Arsenkonzentrationen in Reis untersucht und Bodeneigenschaften charakterisiert, die die Arsenaufnahme in die Reispflanzen beeinflussen können. Zudem modellierten die Forschenden die mit einer erhöhten Arsenbelastung verbundenen Risiken für Krebs und andere gesundheitliche Einschränkungen. Dazu führten der korrespondierende Autor Chunwu Zhu von der University of Chinese Academy of Sciences in Nanjing, China, und Kollegen von 2014–2023 In-situ-Versuche mit mehreren Reissorten durch. Unter Verwendung von Freiluft-CO2-Anreicherungsplattformen mit und ohne zusätzliche Temperaturerhöhung untersuchten sie dabei die Bioakkumulation von Arsen in den Reiskörnern und die zugrunde liegenden biogeochemischen Mechanismen. Welche Auswirkungen die Exposition gegenüber anorganischem Arsen auf das Risiko für Krebs und andere Gesundheitsfolgen hat, modellierten die Forschenden für 7 Länder in Ost- und Südostasien mit dem höchsten Reisverzehr. In den Versuchen des Forschungsteams führte ein gleichzeitiger Anstieg von CO2 und Temperatur zu einem synergistischen Anstieg von anorganischem Arsen in Reiskörnern. Den Autoren zufolge steht der beobachtete Anstieg wahrscheinlich mit Veränderungen in der Biogeochemie des Bodens im Zusammenhang. Die Modelle zum Reisverzehr unter diesen Bedingungen führten zu einem prognostizierten Anstieg der Exposition gegenüber anorganischem Arsen und der lebenslangen Krebs- und Gesundheitsrisiken für mehrere asiatische Länder bis 2050. FazitDie Exposition gegenüber anorganischem Arsen und die damit verbundenen gesundheitlichen Folgen könnten unter den Klimaprognosen für die Mitte dieses Jahrhunderts durch Reis, der auf überfluteten Feldern angebaut wird, zunehmen, prognostizieren die Forschenden. Daher sei es dringend notwendig, die Arsenbelastung von Reis im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu verringern, appellieren Zhu und Kollegen abschließend. (ej) Autoren: Wang D et al.Korrespondenz: Chunwu Zhu; [email protected]Studie: Impact of climate change on arsenic concentrations in paddy rice and the associated dietary health risks in Asia: an experimental and modelling studyQuelle: Lancet Planet Health 2025 May;9(5):e397–e409. Web: https://doi.org/10.1016/S2542-5196(25)00055-5
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