Erhöhte Komplikationsrate nach Defibrillator-Implantationen bei Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz

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Wie häufig wird Patienten mit fortgeschrittener HF ein ICD oder ein Defibrillator mit kardialer Resynchronisationstherapie (CRT-D) implantiert und wie sehen die Ergebnisse und Komplikationen aus?

Diesen Fragen gingen Wissenschaftler um Dr. Marat Fudim vom Duke University Medical Center in Durham, USA, in einer Post-hoc-Analyse von 81.492 Medicare-Empfängern mit Einzelleistungsvergütung nach, die zwischen 01/2010 und 12/2014 im ICD-Register des National Cardiovascular Data Registry eingetragen waren.

In die HF-Gruppe wurden Patienten mit entsprechender Diagnose eingeschlossen, die eine LVEF ≤35% sowie Hinweise auf eine fortgeschrittene HF aufwiesen, definiert als Symptome der NYHA-Klasse IV, Anwendung von Inotropika innerhalb der letzten 60 Tage, linksventrikuläres Unterstützungssystem in situ oder gelistet sein für eine orthotope Herztransplantation.

Die Vergleichsgruppe umfasste Patienten mit NYHA-Klasse II und ohne HF-bedingte Hospitalisierung innerhalb der letzten 12 Monate und ohne oben genannte Hinweise auf eine fortgeschrittene HF.Alle infrage kommenden Patienten hatten erstmals einen ICD- oder CRT-D zur Primärprävention des SCD erhalten.

Wie die Ergebnisse zeigen, hatten von 81.492 Medicare-Patienten 3343 eine fortgeschrittene HF (4,1%) und 19.424 waren in der Vergleichsgruppe (23,8%). In der Population mit fortgeschrittener HF betrug das mittlere Alter der Patienten 74 ±9 Jahre, und die Patienten waren überwiegend weiß (81,5%) und männlich (71,1%).

Die Gesamtmortalität nach 30 Tagen betrug 3,1% (95%-KI 2,6–3,8) in der Population mit fortgeschrittener HF vs. 0,5% (0,4–0,6) in der Vergleichsgruppe (p<0,001). Nach 1 Jahr lag die Rate der Gesamtmortalität in der Population mit fortgeschrittener HF bei ~22% und damit mehr als 3-mal höher als bei Patienten ohne fortgeschrittene HF (~7%). Das mediane Überleben nach der Implantation betrug 3,5 Jahre (95%-KI 3,3–3,7), was den Autoren zufolge gegenüber der Vergleichsgruppe ohne fortgeschrittene HF wenig war.

In der Population mit fortgeschrittener HF betrug die aggregierte Rate periprozeduraler Komplikationen im Krankenhaus 3,74% (95%-KI 3,12–4,44), v. a. aufgrund von Todesfällen (1,82%; 95%-KI 1,40–2,34) und Herzstillstand mit Wiederbelebung (1,05%; 95%-KI 0,73–1,45). In der Vergleichsgruppe lag die Rate hingegen bei 1,10% (95%-KI 0,95–1,25; p<0,001). Patienten mit NYHA-Klasse IV (HR 1,40; 95%-KI 1,02–1,93; p=0,04), ischämischer Herzkrankheit (HR 1,24; 95%-KI 1,04–1,48; p=0,02) oder Diabetes (HR 1,17; 95%-KI 1,04–1,33; p=0,01) hatten ein höheres Sterberisiko.

Fazit
Bei Patienten, die sich einer ICD- oder CRT-D-Implantation unterzogen, hatte nur ein kleiner Teil eine fortgeschrittene HF. Bei diesen Patienten traten klinisch wichtige Komplikationen  im Vergleich zu Patienten mit nicht fortgeschrittener HF auf. (sf)

Autoren: Fudim M et al.
Korrespondenz: Sana Al-Khatib; [email protected]
Studie: Periprocedural Risk and Survival Associated With Implantable Cardioverter
Defibrillator Placement in Older Patients With Advanced Heart Failure
Quelle: JAMA Cardiol 2020;5(6):1–9.
Web: https://doi.org/10.1001/jamacardio.2020.0391