Erhöhtes Herzinsuffizienz-Risiko der Eltern durch Tod eines Kindes3. Juni 2022 © LIGHTFIELD STUDIOS – stock.adobe.com (Symbolbild) Einer bevölkerungsbasierten Kohortenstudie aus Dänemark und Schweden zufolge könnten stressbedingte Mechanismen zur Entwicklung einer Herzinsuffizienz (HF) beitragen. Die im „European Journal of Heart Failure“ publizierte Studie stützt sich auf die Auswertung von dänischen und schwedischen medizinischen Geburtenregistern im Zeitraum 1973–2016 bzw. 1973–2014 (n=6.717.349). Die Studienautoren sammelten Informationen über den Tod des Kindes, die HF-Diagnose und soziodemografische Merkmale der Eltern aus mehreren landesweiten Registern. Eine Verbindung zwischen HF und Trauerfällen schätzten sie über Inzidenzratenverhältnisse (IRR), die sie mittels Poisson-Regressionsmodellen berechneten. Insgesamt 129.829 (1,9%) Eltern verloren ≥1 Kind während der Nachbeobachtungszeit. Hinterbliebene Eltern wiesen ein 35% höheres HF-Risiko auf als Eltern, die kein Kind verloren hatten (IRR 1,35; 95%-KI 1,29–1,41; p<0,001). Das erhöhte HF-Risiko wurde nicht nur beobachtet, wenn das Kind aufgrund kardiovaskulärer oder anderer natürlicher Ursachen starb, sondern auch, wenn der Verlust auf unnatürliche Ursachen zurückzuführen war. Eine Kategorisierung der exponierten Eltern nach der Anzahl der verbleibenden lebenden Kinder bei Verlust oder nach dem Alter des verstorbenen Kindes ergab tendenziell einen U-förmigen Zusammenhang. Fazit Forschende um Dang Wei vom Karolinska Institut in Stockholm, Schweden, fanden heraus, dass der Tod eines Kindes mit einem 35% höheren HF-Risiko verbunden war als bei Eltern, die keinen Verlust eines ihrer Kinder zu verzeichnen hatten. Die Todesursache – ob natürlich oder unnatürlich – scheint dabei allerdings keine Rolle zu spielen. (ah) Autoren: Wei D et al. Korrespondenz: Dang Wei; [email protected] Studie: Death of a child and the risk of heart failure: a population-based cohort study from Denmark and Sweden Quelle: Eur J Heart Fail 2022;24(1):181–189. Web: https://doi.org/10.1002/ejhf.2372
Mehr erfahren zu: "Studie zur Therapie der feuchten AMD: Nachfüllbares Implantat statt Spritzen" Weiterlesen nach Anmeldung Studie zur Therapie der feuchten AMD: Nachfüllbares Implantat statt Spritzen Die Augenklinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) versorgt Patienten mit feuchter AMD im Rahmen der Studie Sightspire mit einem Port-Delivery-System. Dieses wird ins Auge eingesetzt und gibt dort kontinuierlich ein […]
Mehr erfahren zu: "Nach Sonnenfinsternis: Patienten beklagen Augenschmerzen" Nach Sonnenfinsternis: Patienten beklagen Augenschmerzen Schwindel, Brennen und Flecken: Nach der Sonnenfinsternis suchen einige Menschen mit Beschwerden die Augenkliniken auf. Was die Ärzte dazu sagen und was passiert, wenn Warnungen ignoriert werden.
Mehr erfahren zu: "Zehn-Punkte-Katalog für die Diabetesprävention – über die gesamte Lebensspanne hinweg" Zehn-Punkte-Katalog für die Diabetesprävention – über die gesamte Lebensspanne hinweg Ein internationales Expertengremium unter der Leitung des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) hat einen Zehn-Punkte-Katalog für die Diabetesprävention vorgestellt. Entscheidend sei, geeignete Maßnahmen nicht nur im Erwachsenenalter sondern über die […]