Erkennung von Gebärmutterkrebs: WID-qEC-Test besser als bildgebende Indextests4. März 2024 Bild: © Crystal light – stock.adobe.com Der neuartige WID-qEC-DNA-Methylierungstest kann laut Herstellerangaben alle Karzinome detektieren, die vom Uterus ausgehen, insbesondere Endometriumkarzinome, aber auch endozervikale Karzinome. Die prospektive, konsekutive beobachtende Kohortenstudie EPI-SURE im Vereinigten Königreich verglich seine Leistungsfähigkeit mit der Sonographie. An dieser Studie nahmen alle Frauen ≥45 Jahre mit abnormalen Uterusblutungen teil, die ein Zentrum für gynäkologische Diagnostik am University College London Hospital aufsuchten. Eingeschlossen wurden Frauen, die diese Einschlusskriterien erfüllten und der Teilnahme zustimmten. Schwangere und Frauen mit vorheriger Hysterektomie wurden ausgeschlossen. Eine zervikovaginale Probe für den WID-qEC-Test wurde vor der Standardbeurteilung per Indexbildgebungstest (d. h. Ultraschall) entnommen und gegebenenfalls eine Referenzhistologie (d. h. Biopsie, Hysteroskopie oder beides) durchgeführt. Die Assistenten, die den WID-qEC-Test durchführten, wurden für das endgültige klinische Ergebnis verblindet. Das Ergebnis des WID-qEC-Tests sei definiert als Summe der Prozentsätze der vollständig methylierten Referenz (ΣPMR) der ZSCAN12- und GYPC-Regionen, erläutern die Autoren. Diese Regionen sind laut Hersteller beim Endometrium- und Zervix-Karzinom sehr stark methyliert. Die Patientinnen wurden bis zur Klärung der Diagnose oder bis zum 12.06.2023 beobachtet. Vom 01.06.2022-24.11.2022 galten 474 Frauen als teilnahmeberechtigt, wovon 74 die Einladung zur Teilnahme nicht annahmen und eine Frau ihr Einverständnis zurückzog. Somit wurden 399 Frauen in die Kohorte für die primäre Analyse einbezogen. Basierend auf 603 Indexbildgebungstests wurde bei 186 (47%) Frauen ein Referenzhistologie-Test (z.B. Biopsie, Hysteroskopie oder beides) empfohlen. Bei zwölf Frauen wurde Krebs diagnostiziert, bei 375 nicht, zwölf hatten keine eindeutigen klinischen Ergebnisse und wurden als Studienabbrecher betrachtet. Bei 198 histologischen Referenztestverfahren wurden neun Krebsfälle festgestellt und zwei übersehen, ein weiteres Karzinom wurde direkt bei der Hysterektomie ohne vorherigen Referenztest diagnostiziert. Die Fläche unter der Kurve (AUC) zur Erkennung von Gebärmutterkrebs basierend auf der Dicke des Endometriums in mm betrug 87,2 Prozent (95% KI 71,1–100,0) vs. 94,3 Prozent (84,7–100,0) auf Basis des WID-qEC (p=0,48). Die Beurteilung der Endometriumdicke mittels Ultraschall war bei 379/399 Frauen (95%) möglich und ein vorab festgelegter Grenzwert von mindestens 4,5 mm zeigte eine Sensitivität von 90,9 Prozent (95%-KI 62,3–98,4), eine Spezifität von 79,1 Prozent (95%-KI 74,5–82,9), einen positiven Vorhersagewert von 11,8 Prozent (95%-KI 6,5–20,3) und einen negativen Vorhersagewert von 99,6 Prozent (95%-KI 98,0-99,9). Der WID-qEC-Test war bei 390/399 Patientinnen (98%) möglich, mit einer Sensitivität von 90,9 Prozent (95%-KI 62,3–98,4), einer Spezifität von 92,1 Prozent (95%-KI 88,9– 94,4), einem positiven Vorhersagewert von 25,6 Prozent (14,6–41,1) und einem negativen Vorhersagewert von 99,7 Prozent (98,3–99,9), wenn der vorab festgelegte Schwellenwert von 0,03 ΣPMR oder höher angewendet wurde. Bei Anwendung eines höheren Schwellenwertes (≥0,3 ΣPMR) stieg die Spezifität auf 97,3 Prozent (95%-KI 95,1–98,5), ohne dass sich die Empfindlichkeit änderte. „Der WID-qEC-Test liefert schnelle Ergebnisse und zeigt im Vergleich zu einer Kombination aus bildgebenden Indextests eine bessere Leistung“, bilanziert das Team. Die Triage von Frauen mit abnormalen Uterusblutungen mithilfe des WID-qEC-Tests könnte die Anzahl der Frauen reduzieren, die histologische Untersuchungen zur Identifizierung potenzieller Malignitäten benötigen, und insbesondere die Falsch-Positiv-Rate senken, ergänzen die Autoren. (sf)
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