Ernährungskommunikation in Schwangerschaft und früher Kindheit7. Februar 2023 Bild: © Monkey Business – stock.adobe.com In der Schwangerschaft sowie im Säuglings- und Kleinkindalter werden entscheidende Weichen für die spätere Gesundheit gestellt. Das trifft in besonderem Maße auf die Ernährung zu. Die systematische Recherche „Ernährungskommunikation in Schwangerschaft und früher Kindheit“ analysiert kürzlich den internationalen Forschungsstand zu kommunikationsbasierten ernährungsbezogenen Interventionen bei Schwangeren, jungen Familien und Kindern im Alter bis 36 Monaten. Im Auftrag des Verbands der Privaten Krankenversicherung und des Netzwerks Gesund ins Leben hat Prof. Dr. Matthias Hastall von der TU Dortmund erhoben, welche Kommunikationsstrategien im Kontext der Ernährungskommunikation erfolgreich waren und welche nicht. Die Studie wurde jüngst in der Zeitschrift Prävention und Gesundheitsförderung veröffentlicht. Kommunikation spielt eine wesentliche Rolle dabei, ob ernährungsbezogene Präventionsprogramme erfolgreich sind oder sein können. Doch welche Botschaften werden mit welchen Botschaftsmerkmalen kommuniziert, über welche Kanäle und in welchen Konstellationen führen sie zu einem verbesserten Ernährungsverhalten oder zu positiven Veränderungen? Welche kommunikativen Interventionen tragen letztendlich zum Erfolg oder Misserfolg von Präventionsmaßnahmen bei?Zur Beantwortung dieser Fragen wurden zwei Reviews des internationalen Forschungsstands zu kommunikativen Interventionen im Kontext der Ernährung in Schwangerschaft und früher Kindheit durchgeführt: Ein Scoping Review von 187 Übersichtsarbeiten gibt eine Orientierung über den Stand der Forschungsliteratur. In einem systematischen Review wurden zudem 65 Einzelstudien mit einem mittleren oder hohen Evidenzgrad ausgewertet. Obwohl sich keine Übersichtsarbeit fand, in der verschiedene kommunikative Zugänge im Detail diskutiert wurden, ergab das Scoping Review viele Hinweise auf Erfolgsfaktoren und Barrieren ernährungsbezogener Interventionen. Für die Praxis lässt sich folgendes Fazit ziehen: Die Befundlage zu erfolgreichen Kommunikationsstrategien im Kontext von Ernährung für werdende und junge Familien ist noch dürftig, insbesondere in Deutschland. Interpersonale Kanäle (z.B. über Fachakteur*innen) spielen eine wichtige Rolle für Ernährungskommunikation. Zielgruppenangepasste, positive und ressourcenstärkende Ansprachen sind sehr empfehlenswert. Abwehr- und stigmasensible Kommunikation ist ebenso nötig wie Sensibilität für mögliche negative Effekte. Umfassende Kenntnisse über die Zielgruppe der werdenden und jungen Familien sind unerlässlich. Evidenzbasierte kommunikative Zugänge sowie die Dokumentation der eingesetzten kommunikativen Strategien verdienen mehr Aufmerksamkeit. Zusammenfassend kommen die Autor*innen zu folgender Schlussfolgerung: Verschiedene kommunikative Zugänge der Ernährungskommunikation werden bislang unzureichend in der nötigen Differenziertheit diskutiert und sind überwiegend schlecht in der Literatur dokumentiert. Für erfolgreiche ernährungsbezogener Präventionsprogramme ist ein gesicherteres und umfangreicheres Wissen über evidenzbasierte Kommunikationsstrategien im Kontext von Schwangerschaft und früher Kindheit notwendig.
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