Ernährungsumstellung bessert Psoriasis5. Mai 2023 Foto: © Maria – stock.adobe.com Eine Umstellung der Ernährung mit wenig gesättigten Fettsäuren hilft Menschen mit Adipositas, die Heilung der chronischen Schuppenflechte zu verbessern. Zu diesem Ergebnis kommen Forschende der Universitätsmedizin Leipzig in einer klinischen Studie. Adipositas ist ein Risikofaktor für die Entwicklung und einen schwereren Verlauf einer Psoriasis. Die genauen Mechanismen, weshalb Übergewicht eine Psoriasis verschlimmert, sind noch nicht bekannt. Eine Fehlregulierung des Glukose- und Fettstoffwechsels, die Aktivierung des Fettgewebes und eine daraus resultierende anhaltende Entzündung werden diskutiert. Im vergangenen Jahr haben Forschende der Universitätsmedizin Leipzig gezeigt, dass über die Nahrung aufgenommene gesättigte, freie Fettsäuren bei Tiermodellen eine entscheidende Rolle in der Verstärkung der psoriatischen Hautentzündung in Kombination mit Adipositas spielen. In der aktuellen Studie sind diese Erkenntnisse nun bei übergewichtigen Patientinnen und Patienten mit Psoriasis überprüft worden. Die Ergebnisse zeigen, dass eine einfache Umstellung der Ernährung, zusammen mit einer existierenden Therapie, die Psoriasis um 25 Prozent verbessert. Der Schwerpunkt der Diät liegt auf der Reduktion gesättigter Fettsäuren, zusätzlich zu bestehenden Therapien. Der positive Effekt bei den Betroffenen zeigte sich unabhängig von einer Gewichtsabnahme. Neben der Verbesserung der Schuppenflechte konnten die Leipziger Forschenden belegen, dass eine reduzierte Menge an gesättigten Fettsäuren den allgemeinen Entzündungswert, gemessen durch ein Blut-Entzündungspanel, im Körper reduziert. „Daher könnte diese diätetische Intervention auch bei anderen entzündlichen Autoimmunerkrankungen hilfreich sein, bei denen ein Zusammenhang zwischen Krankheitsaktivität und Fettleibigkeit beschrieben worden ist“, sagt Studienleiter Prof. Jan C. Simon, Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie des Universitätsklinikums Leipzig. Mahlzeiten durch Formula- und Mittelmeer-Diät ersetzt In die Studie wurden 33 Patientinnen und Patienten mit leichter bis mittelschwerer Plaque-Psoriasis eingeschlossen. Dabei sind die Mahlzeiten zunächst durch eine Formula-Diät, Flüssigkeiten mit Nährstoffpulver, und anschließend durch eine modifizierte Mittelmeerdiät ersetzt worden. Nach zwei, vier, acht und zwölf Wochen prüften die Hautärztinnen und Hautärzte die Krankheitsaktivität und bestimmten proentzündliche Marker im Blut. „Eine an gesättigten Fettsäuren arme Diät alleine wird die Schuppenflechte nicht heilen. Sie kann aber etablierte Therapien unterstützen und dazu beitragen, dass diese chronische Hauterkrankung für die Betroffenen erträglicher wird. Die aktuellen Ergebnisse sollen im nächsten Schritt an einer größeren Gruppe von Erkrankten geprüft werden. Dabei interessiert uns besonders, ob diese Form der Diät bei übergewichtigen Patientinnen und Patienten das Ansprechen auf eine Systemtherapie der Schuppenflechte verbessert“, erklärt Simon.
Mehr erfahren zu: "Neuer Delabeling-Pass soll falsche Penicillinallergie dauerhaft aus Patientenakte entfernen" Neuer Delabeling-Pass soll falsche Penicillinallergie dauerhaft aus Patientenakte entfernen Häufig liegt gar keine Penicillinallergie vor, auch wenn Patienten diese angeben – mit Nachteilen für die Betroffenen. Ein Delabeling-Pass soll künftig dokumentieren, wenn eine Penicillinallergie dauerhaft widerlegt ist.
Mehr erfahren zu: "GEP-Test unterstützt Therapieauswahl bei Atopischer Dermatitis" Weiterlesen nach Anmeldung GEP-Test unterstützt Therapieauswahl bei Atopischer Dermatitis Ein Genexpressionsprofil-Test identifizierte Patienten mit Atopischer Dermatitis, die unter Januskinase-Inhibitoren bessere Behandlungsergebnisse erzielten als unter einer TH2-gerichteten Therapie.
Mehr erfahren zu: "Atopie: Starke Korrelation mit symptomatischem Dermographismus" Weiterlesen nach Anmeldung Atopie: Starke Korrelation mit symptomatischem Dermographismus Eine internationale Querschnittstudie identifiziert Atopische Dermatitis und Allergische Rhinitis als stärkste Korrelate des symptomatischen Dermographismus. Besonders hoch war die Assoziation bei gleichzeitigem Vorliegen von AD, AR und Asthma.