Erneute Millionenförderung für Forschung zu Metastasen

Symbolbild: Jürgen Fälchle – Fotolia.com

Bereits zum zweiten Mal ist Prof. Klaus Pantel aus dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) vom Europäischen Forschungsrat mit einem „ERC Advanced Grant“ ausgezeichnet worden.

Die Ehrung ist verbunden mit einer Forschungsförderung in Höhe von 2,5 Millionen Euro. Damit will  Pantel mit seinem Wissenschaftlerteam die Bildung von Metastasen bei Brust- und Prostatakrebs untersuchen.

„Nur sehr wenige Zellen eines Tumors – vermutlich weniger als ein Prozent – sind in der Lage, im Blut zu überleben, sich danach in einem fremden Gewebe an anderer Stelle im Körper einzunisten und dort dann auch tatsächlich Metastasen zu bilden“, erklärt Pantel, Direktor des Instituts für Tumorbiologie des UKE. „Wir wollen nun untersuchen, ob sich solche Zellen unter denjenigen befinden, die bei einer Tumor-OP oder bei der Entnahme einer Gewebeprobe aus einem Tumor in die Blutbahn gelangen.“ Mit der neuen, auf fünf Jahre angelegten Studie mit dem Titel INJURMET („Impact of tissue injury induced by diagnostic biopsies and surgery on cancer metastasis“) knüpft Pantel an seine Forschungs- und Entwicklungsarbeit zur sogenannten Flüssigbiopsie („Liquid Biopsy“) an. Damit kann nachgewiesen werden, ob sich Tumorzellen oder Bestandteile von Tumorzellen im Blut befinden. In den vergangenen Jahren habe sein Team bereits sehr empfindliche Technologien zum Aufspüren von Krebszellen entwickelt, so Pantel. Beispielsweise könne man Tumorzellen mithilfe molekularbiologischer Marker charakterisieren und feststellen, welche Zellen mit einem aggressiven Krebswachstum verbunden sind und welche nicht.

Zweite Förderung unterstreicht Bedeutung der Flüssigbiopsie für die Krebsdiagnostik

„Dass wir erneut von der EU gefördert werden, ist eine tolle Geschichte für uns und das UKE“, freut sich Pantel. Bereits 2011 ist der UKE-Wissenschaftler vom Europäischen Forschungsrat mit einem ERC Advanced Grant ausgezeichnet worden. Damals bekamen Pantel und sein Team ebenfalls 2,5 Millionen Euro zur Entwicklung der Liquid-Biopsy-Methode. 2015 folgte eine weitere EU-Förderung, mit der Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Flüssigbiopsie geprüft werden sollten. „Die wiederholte Förderung zeigt, welche Bedeutung die neue Methodik für die Krebsdiagnostik erlangen kann. Ziel der Forschungen ist die Entwicklung eines Verfahrens, anhand dessen man mit nur einer Blutprobe umfassende und zeitnahe Informationen über die jeweilige Krebserkrankung gewinnen kann“, so Pantel.

Die Förderung von grundlagenorientierter Pionierforschung ist einer der Schwerpunkte der Europäischen Union. Dafür wurde der Europäische Forschungsrat (European Research Council, ERC) geschaffen. ERC Grants sind Teil des „Horizon 2020“ genannten EU-Rahmenprogramms, mit dem die Europäische Union sowohl die Grundlagenforschung als auch anwendungsnahe Forschungsfelder finanziert. 

(UKE/ms)