Erste Geburt in Europa mittels neuem Verfahren zur Kryokonservierung14. Mai 2024 Foto: © Aliaksandr-Marko/stock.adobe.com Forschern des Universitätsklinikums Bonn (UKB) ist es gelungen, mit der Vitrifikation eine moderne Methode zur Kryokonservierung von Eierstockgewebe zu etablieren. Es dient dem Fertilitätserhalt vor einer Krebstherapie. Im Fachjournal „Reproductive BioMedicine“ berichten sie von der ersten Geburt in Europa nach diesem Verfahren. Seit 2004 haben zahlreiche internationale Gruppen erfolgreiche Schwangerschaften nach Kryokonservierung, Auftau und Retransplantation von Eierstockgewebe erzielt. „Dies verdeutlicht das hohe Potential dieser Methode, die hauptsächlich auf dem Kryokonservierungsverfahren des ‘slow freezings’ beruht“, erklärt Dr. Andreas Schallmoser, Leiter des reproduktionsmedizinischen Labors am UKB. Keine schädigenden Eiskristalle bei blitzartiger Tiefgefrierung Bei einer schrittweisen Absenkung der Temperatur auf -196°C lässt sich jedoch die Bildung von Eiskristallen technisch nicht vollständig vermeiden. Dies kann die Unversehrtheit des Gewebes negativ beeinflussen. Werden dagegen Gewebsproben innerhalb von Sekundenbruchteilen tiefgefroren lassen sich Schäden an Zellen vermeiden. „Denn eine Bildung von Eiskristallen ist nicht möglich – die Probe verglast sozusagen“, erklärt Dr. Rebekka Einenkel, Leiterin des Forschungslabors der Gynäkologischen Endokrinologie und Reproduktionsmedizin am UKB. „Bei humanen Embryonen und Eizellen hat sich dieses Verfahren, die sogenannte Vitrifikation, längst durchgesetzt“, fügt sie hinzu. In früheren Arbeiten des Teams um Sänger konnten Schallmoser und Einenkel den positiven Einfluss der Vitrifikation gegenüber dem slow freezing auf die Vitalität der Eizellen und ihrer Umgebung sowie die Ausschüttung von gefäßbildenden Substanzen, die für eine erfolgreiche Retransplantation wesentlich sind, nachweisen. Erste Geburt in Europa nach Vitrifikation, Auftau und Retransplantion „Die erste Geburt in Europa nach Vitrifikation, Auftau und Retransplantion von Eierstockgewebe ist für unsere Patientinnen und unser Zentrum ein Meilenstein. Durch unseren Forschungsschwerpunkt im Bereich Vitrifikation und Auftau von humanem Gewebe und Zellen können wir Kinderwunschtherapien auf höchstem Niveau anbieten“, berichtet Sänger von der reproduktionsmedizinischen Abteilung am UKB. Zuvor hatte je eine Gruppe aus Japan und den USA von einer Geburt nach der Reimplantation von vitrifiziertem Eierstockgewebe berichten können.
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