Erweiterung des Schmerzzentrums am Krankenhaus Tabea in Hamburg

Jan-Henrich Stork, Chefarzt der Anästhesie im Krankenhaus Tabea. Foto: ©Krankenhaus Tabea

Ab Oktober 2021 erweitert das Krankenhaus Tabea seine teilstationären Schmerztherapieplätze um fast 40 Prozent und reagiert damit auf den hohen Versorgungsbedarf in Hamburg.

Um Schmerzpatientinnen und -patienten ganzheitlich versorgen zu können, eröffnete das Krankenhaus Tabea vor rund zwei Jahren sein Schmerzzentrum mit Fokus auf Schmerzen des Bewegungsapparates. Mit rund 16 Prozent sind Erkrankungen des Bewegungsapparates die häufigste Ursache chronischer Schmerzen. Auch die Expertinnen und Experten des Krankenhaus Tabea begegnen den meisten Schmerzpatientinnen und -patienten im orthopädischen Alltag, insbesondere bei Wirbelsäulenerkrankungen. Von beispielsweise 15 Betroffenen erhalten hier laut Krankenhausangaben durchschnittlich nur zwei eine OP-Empfehlung, mindestens sechs eine teilstationäre oder stationäre Schmerztherapie.

„Die multimodale Schmerztherapie unter Unterstützung von Schmerztherapeutinnen und -therapeuten sowie Schmerzpsychologinnen und -psychologen hat sich als sehr erfolgreich erwiesen, wird jedoch trotz hohen Bedarfs im ambulanten Bereich kaum angeboten im Norden. Darum wollen wir mit der Aufstockung unserer Einzeltherapieplätze diese Versorgungslücke weiter schließen“, sagt Dr. Jan Schilling, Chefarzt der Abteilung für Wirbelsäulen- und Neurochirurgie. Umgesetzt werde die Erweiterung von 10 auf 16 teilstationäre Therapieplätze durch mehr Personal in den Bereichen Psychologie, Sportwissenschaften, Schmerz- und Physiotherapie sowie einer effizienteren Raumnutzung, heißt es vom Krankenhaus Tabea.

Besonderer Versorgungsbedarf der Altersklasse 60+

Seit Behandlungsbeginn im Schmerzzentrum haben sich Betroffene im Alter 60+ als eigenständige Patientengruppe abgesetzt, die andere Grundvoraussetzungen als jüngere Patientinnen und Patienten mitbringen, heißt es in einer Mitteilung des Krankenhaus. Neben altersbedingten Verschleißerscheinungen lägen oftmals eine Vielzahl an früheren Operationen vor, die Anamnese und Therapie deutlich komplexer gestalten würden.

Die schmerztherapeutische Versorgungslücke im ambulanten Bereich klaffe hier einmal mehr auf: „Für diese Altersgruppe gibt es in der Schmerztherapie regulär gar kein spezielles Angebot, sie werden bei Schmerzbehandlungen normalerweise direkt an die Geriatrie verwiesen. Dort ist aber das Problem, dass es häufig an der ganzheitlichen Betrachtungsweise und psychologischer Betreuung fehlt. Denn es geht nicht nur um den Bewegungsschmerz, sondern auch um den daraus entstehenden Teufelskreis aus psychischem und körperlichem Leid“, erklärt Dr. Jan-H. Stork, Chefarzt der Anästhesie im Krankenhaus Tabea. Hier hat man entsprechend dieser Erkenntnis im Rahmen der teilstationären Schmerztherapie bereits Gruppen mit geriatrischem Schwerpunkt installiert.