ESTRO 2026: ctDNA verbessert die Überwachung unter Metastasen-gerichteter Therapie

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Eine Analyse der Phase-II-Studie EXTEND zeigt, dass ctDNA-Tests neue Erkenntnisse über das Therapieansprechen bei Patienten lieferten, die eine Metastasen-gerichtete Therapie erhielten.

Eine Analyse einer der größten Studien ihrer Art belegt, dass Tests auf zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) neue Erkenntnisse liefern, die Behandlungsentscheidungen besser steuern könnten – im Vergleich zur derzeitigen Methode der reinen Zählung von Läsionen bei Patienten mit frühen metastasierten Krebserkrankungen. Dies berichten Forscher des MD Anderson Cancer Center in Houston (USA).

Analyse der EXTEND-Studie auf dem ESTRO vorgestellt

Die Ergebnisse wurden am 18.05.2026 im Rahmen einer Proffered Paper Session auf dem Congress of the European Society for Radiotherapy and Oncology (ESTRO 2026) in Stockholm vorgestellt (Abstract 846) und im „Journal of Clinical Oncology“ veröffentlicht.

Die Phase-II-Studie EXTEND unter der Leitung von Dr. Chad Tang, außerordentlicher Professor für Radioonkologie des Urogenitaltrakts, hatte bereits zuvor gezeigt, dass eine Metastasen-gerichtete Therapie (MDT) – meist in Form einer Strahlentherapie – die Behandlungsergebnisse bei Patienten mit oligometastasierten Krebserkrankungen verbessern kann, wenn sie mit einer standardmäßigen medikamentösen Krebstherapie (SOC) kombiniert wird. Diese Erkenntnisse haben dazu beigetragen, dass die MDT mittlerweile breiter als Standardbehandlung für Patienten mit oligometastasiertem Prostatakarzinom etabliert ist.

Dr. Chad Tang. Bildnachweis: ©The
University of Texas MD Anderson Cancer
Center

Im Rahmen dieser Forschungsarbeit begann Alex Sherry – zu jener Zeit noch Assistenzarzt am MD Anderson Cancer Center – eine Untersuchung mit der Fragestellung, ob ctDNA-Tests die derzeitige Methode der Zählung von Läsionen auf medizinischen Aufnahmen übertreffen könnten, um zu ermitteln, welche Patienten am ehesten von einer Therapie profitieren. Sherry, der mittlerweile an der Mayo Clinic tätig ist, präsentierte die Ergebnisse heute.

„Auch wenn das Zählen von Läsionen seine Vorteile hat, ist es doch nicht so präzise oder reproduzierbar wie die Messung von ctDNA“, erläuterte Tang. „Ein nicht invasiver Test zur Bestimmung der ctDNA-Spiegel lieferte uns weitaus mehr Informationen darüber, welche Patienten voraussichtlich von einer MDT profitieren würden und ob diese MDT im Behandlungsverlauf tatsächlich wirkte.“

ctDNA als besserer Indikator für das Therapieansprechen

Im Rahmen von EXTEND wurde zu Beginn der Untersuchung sowie nach drei Monaten Blut entnommen, um es auf ctDNA zu testen. Selbst auf der Grundlage nur dieser beiden Datenpunkte lieferte die ctDNA-Analyse Erkenntnisse, die durch das Zählen von Läsionen nicht gewonnen werden konnten.

Im Zeitraum von 2018-2023 wurden 521 Patienten gescreent, 350 randomisiert und 334 gemäß Protokoll analysiert (MDT+SOC: n=166; SOC: n=168). Als MDT sei bei 98 Prozent der Metastasen (370/379) eine Strahlentherapie zum Einsatz gekommen, schreibt das Autorenteam. Insgesamt habe sich das progressionsfreie Überleben (PFS) nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 53 Monaten unter MDT+SOC verbessert (HR 0,54; 95%-KI 0,41-0,72; p<0,001). Auch bei Ausschluss der Prostata-Kohorte (Basket) konnten die Wissenschaftler eine Verbesserung des PFS beobachten (HR 0,60; 95%-KI 0,40-0,89). Innerhalb der einzelnen Kohorten stellten sie eine Überlegenheit hinsichtlich des PFS für die Kohorten Pankreas, Prostata und „Sonstige“ fest, während die Ergebnisse für die Gruppen Brust und Niere nicht eindeutig waren.

Zum Zeitpunkt der Aufnahme in die Studie korrelierte nachweisbare ctDNA mit einem kürzeren PFS sowie einer kürzeren Überlebensdauer; im Gegensatz dazu war das Verschwinden der ctDNA (Clearance) drei Monate nach Aufnahme in die Studie mit einer verbesserten Überlebensprognose assoziiert. War nach der Behandlung weiterhin ctDNA vorhanden, konnte dies ein Hinweis auf eine aggressivere Krebsform sein, darauf, dass die Therapie unwirksam blieb, oder darauf, dass sich der Krebs möglicherweise auf Bereiche ausgebreitet hatte, die auf den bildgebenden Aufnahmen nicht erfasst wurden. Die durch MDT+SOC induzierte systemische Immunaktivierung war in jenen Kohorten am stärksten ausgeprägt, die eine Überlegenheit hinsichtlich des PFS aufwiesen.

Diese Studie wurde vom Cancer Prevention and Research Institute of Texas (CPRIT) sowie vom National Cancer Institute (NCI) der National Institutes of Health (NIH) gefördert. Die ctDNA-Analysen wurden von Guardant Health durchgeführt.

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