Ethikrat diskutiert neue Entwicklungen und Trends bei Neurotechnologien17. September 2025 Neurotechnologien erobern zunehmend auch den Alltag. (Foto: © vegefox.com – stock.adobe.com) Hirnimplantate, Exoskelette, Gedankenlesen, Neuro-Gaming: Neurotechnologien entwickeln sich rasant weiter. Welche Innovationen prägen derzeit die Forschung? Welche Ziele verfolgen Wissenschaft und Industrie – und welche Erwartungen sind realistisch? Das thematisiert der Deutsche Ethikrat am 18. September in einer öffentlichen Anhörung. „Neurotechnologien werden nicht nur in der Medizin erforscht und angewandt, sondern halten zunehmend auch in Alltag, Berufsleben und Freizeit Einzug“, betont der Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Helmut Frister. „Dabei wirft der breite Einsatz dieser Technologien eine Menge ethischer Fragen auf: beispielsweise nach Verantwortung, Datenschutz, mentaler Integrität oder auch Abhängigkeiten. Diesen will sich der Deutsche Ethikrat in einer Stellungnahme widmen.“ „Viele der gegenwärtigen Entwicklungen sind nicht mehr nur an Patienten gerichtet und werden gerade aus dem Silicon Valley heraus direkt für den täglichen Gebrauch entwickelt“, ergänzt Ratsmitglied Aldo Faisal. Der Informatiker und Ingenieur wird die Veranstaltung moderieren. „Wir wollen bei dieser rasanten Entwicklung nicht einfach zuschauen. Für uns ist es entscheidend, ethische Fragen bei technologischen Entwicklungen proaktiv von Anfang an mitzudenken und zu verstehen, welche Abwägungen sich uns in Zukunft stellen werden.“ In der Anhörung will der Rat zunächst mit führenden Sachverständigen aus Deutschland, dem Vereinigten Königreich und den USA über Trends sowie Knackpunkte in der aktuellen Forschung diskutieren. Dabei stehen folgende Fragen im Mittelpunkt: Welche Neurotechnologien könnten bald im Alltag ankommen – etwa in der Bildung, Arbeitswelt oder Freizeit? Können Neurotechnologien Gedanken lesen – oder sogar beeinflussen? Welche Möglichkeiten gibt es, mithilfe von Neurotechnologien Emotionen, Aufmerksamkeit oder psychische Zustände zu erfassen – und vielleicht auch zu steuern? Welche künftigen Einsatzmöglichkeiten sind für neurotechnologisch gestützte Exoskelette und andere Formen körperlicher Unterstützung oder Erweiterung denkbar? Welche ethischen Herausforderungen sehen die Sachverständigen in ihrem jeweiligen Forschungsfeld? Die Anhörung findet auf Englisch statt – wahlweise auch mit deutscher Simultanübersetzung. Sie ist öffentlich und wird unter www.ethikrat.org/live gestreamt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Öffentliche Anhörung: Neue Neurotechnologien – Entwicklungen und Trends. 18. September 2025, 13.30 bis 18.00 Uhr
Mehr erfahren zu: "Psychische Gesundheit: Wie sehr belastet Menschen die Dauerkrise?" Psychische Gesundheit: Wie sehr belastet Menschen die Dauerkrise? Pandemie, Kriege, Inflation: Die Krisen der vergangenen Jahre hinterlassen Spuren in der Psyche vieler Menschen. Besonders belastet fühlen sich die Jüngeren. Was heißt das – auch für die Prävention?
Mehr erfahren zu: "Menopause hinterlässt molekularen Fingerabdruck mit möglichem Hinweis auf Demenzrisiko" Menopause hinterlässt molekularen Fingerabdruck mit möglichem Hinweis auf Demenzrisiko Eine neue US-amerikanische Studie zeigt, dass Veränderungen bestimmter Proteine während der Menopause mit einem erhöhten Demenzrisiko im späteren Leben assoziiert sind.
Mehr erfahren zu: "Pränatale Depressionen erhöhen das Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen" Pränatale Depressionen erhöhen das Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen Kinder, deren Mütter vor der Geburt unter Depressionen leiden, zeigen häufiger bestimmte neurologische Entwicklungsstörungen – unabhängig davon, ob sie im Mutterleib Antidepressiva ausgesetzt waren. Dies geht aus einer Studie hervor, […]