EUREQUO: Die Kataraktchirurgie verbessert sich europaweit weiter19. Oktober 2026 Symbolbild Katarakt-Operation.Bild:©Oktay-Stock.adobe.com Im Europäischen Register für Qualitätsergebnisse in der Katarakt- und Refraktionschirurgie (EUREQUO) wurden insgesamt 363.039 Kataraktoperationen erfasst, die im Jahr 2024 in zwölf europäischen Ländern durchgeführt wurden. Diese Zahlen wurden auf dem 44. Kongress der Europäischen Gesellschaft für Katarakt- und Refraktionschirurgie (ESCRS) vorgestellt. Seit der Gründung von EUREQUO im Jahr 2007 wurden im Register fast fünf Millionen Kataraktoperationen erfasst. Die Daten zeigen, dass sich Sicherheit und Wirksamkeit kontinuierlich verbessern. Die Kosten für einige der neueren Linsentypen führen jedoch dazu, dass nicht jeder Patient Zugang zur neuesten Technologie hat. EUREQUO-Datenbank vereint Daten zu Kataraktoperationen Dr. Carlo Bellucci, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Parma, Italien, erklärte auf dem Kongress: „Insgesamt sind die Ergebnisse europaweit hervorragend. Da jedoch jedes Jahr eine so große Anzahl von Eingriffen durchgeführt wird, können selbst kleine Verbesserungen für Tausende von Patienten einen bedeutenden Unterschied ausmachen. Deshalb ist die Arbeit des ESCRS-Registerausschusses bei der Pflege und kontinuierlichen Weiterentwicklung der EUREQUO-Datenbank so wertvoll: Sie ermutigt Chirurgen und Kliniken, ihre Ergebnisse zu vergleichen und kontinuierlich nach besseren Ergebnissen zu streben.“ Schweden und die Niederlande verfügen über nationale Register. In diesen werden die Ergebnisse von Kataraktoperationen erfasst, sodass Daten aus allen Kliniken in die EUREQUO-Datenbank einfließen. Auch Kliniken in den anderen Ländern übermitteln Daten, jedoch beteiligt sich nicht jede Klinik daran. Die Daten umfassen demografische Angaben zu den Patienten sowie Informationen zum Sehvermögen vor der Kataraktoperation und zu weiteren Augenproblemen. Ergänzt werden die Daten durch biometrische Messwerte des Auges sowie durch die refraktiven Ergebnisse nach der Operation. Häufigste Kataraktoperation ist die Phakoemulsifikation mit Implantation einer hinteren IOL Dem Register zufolge war die häufigste Kataraktoperation mit 98,9 Prozent der Eingriffe die Phakoemulsifikation mit Implantation einer hinteren Intraokularlinse (IOL). Unter den Hightech-IOL wurden torische IOL, die zur Korrektur von Astigmatismus entwickelt wurden, am häufigsten verwendet. Die Preise für die gesamte Operation im privaten Bereich beginnen bei etwa 4000 € pro Auge in der EU. Dabei können die endgültigen Kosten von der Art der verwendeten IOL-Technologie abhängen. Die häufigste Komplikation während der Operation war laut Register die hintere Kapselruptur mit einer Häufigkeit von 0,39 Prozent der Eingriffe. Tritt dies auf, kann es zu weiteren Komplikationen führen. Dazu gehört beispielsweise das Eindringen von Glaskörper in die Vorderkammer zwischen Iris und der innersten Oberfläche der Hornhau. Aber auch bei der Platzierung der IOL kann es zu Schwierigkeiten kommen. Register verfügt auch über Nachbeobachtungsdaten Zudem verfügt EUREQUO über Nachbeobachtungsdaten für 54 Prozent der in der Datenbank erfassten Patienten. „Dies stellt einen außergewöhnlich großen und robusten Datensatz dar, aus dem zuverlässige Schlussfolgerungen gezogen werden können“, erklärte Bellucci Des Weiteren kann dem Register entnommen werden, dass nach der Kataraktoperation sich die bestkorrigierte Sehschärfe (BCVA) von durchschnittlich 0,448 vor der Operation auf 0,939 nach der Operation verbesserte (unter Verwendung des Dezimalsystems). Bei 92,6 Prozent der Augen wurde eine BCVA von 0,5 oder mehr erreicht, bei 68,6 Prozent eine von 1,0 oder mehr. Die Biometrie war genau (mittlerer absoluter Biometrie-Vorhersagefehler von 0,56 Dioptrien, wobei 84,95 % der Augen innerhalb von 1,0 Dioptrien des Zielwerts lagen). Die häufigste postoperative Komplikation war das zystoide Makulaödem mit einer Häufigkeit von 0,13 Prozent der Augen. „Der jährliche EUREQUO-Bericht, der vom ESCRS-Registrierungsausschuss erstellt wird, zeigt eine beständige, fortschreitende Verbesserung der Ergebnisse bei Kataraktoperationen im Laufe der Jahre“, informierte Bellucci. „In den nächsten Jahren erwarte ich eine Weiterentwicklung der IOL-Technologie durch die Entwicklung von Simultaneous-Vision-IOLs, deren Ziel es ist, das Sehvermögen in allen Entfernungen wiederherzustellen und gleichzeitig den Bedarf an einer Brille zu minimieren oder ganz zu beseitigen. Derzeit ist ihr Einsatz noch durch die Kosten begrenzt, und die technische Forschung schreitet voran.“
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