Europäische Arzneimittelbehörde zieht von London nach Amsterdam

Der neue Standort der europäischen Arzneimittelagentur EMA ist Amsterdam. Diese Entscheidung haben 27 EU-Mitgliedsstaaten im Rat für Allgemeine Angelegenheiten getroffen.

Die EMA hat nun 16 Monate Zeit, um sich auf den Umzug von London nach Amsterdam vorzubereiten und dort ihre Aufgaben spätestens am 30. März 2019 aufzunehmen.
Der Umzug ist Folge der Brexit-Entscheidung des britischen Parlamentes. Amsterdam war eine von 19 Städten, die sich um den Standort der EMA beworben hatten, so auch die Bundesstadt Bonn.

Die EMA war seit ihrer Gründung im Jahr 1995 in London angesiedelt. Aktuell hat die Behörde rund 900 Mitarbeiter. Die EMA teilt mit, dass sie selbst nicht in den Auswahlprozess des neuen Standortes eingebunden war.

Stimmen aus der deutschen Pharmabranche
Dr. Martin Zentgraf, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) erklärte zur Standortwahl: “Die Entscheidung über den neuen Sitz der bedeutenden Behörde ist eine vernünftige. Amsterdam erfüllt alle geforderten Kriterien, um die täglichen Aufgaben der Agentur reibungslos fortzuführen.”
Auch den pharmazeutischen Unternehmen biete die Gewissheit über den neuen Standort nun ein Stückweit Planungssicherheit, wenn sie ohne Unterbrechungen und Schwierigkeiten ihre Medikamente für den Markt zulassen könnten. Zentgraf: “Das Votum für Amsterdam war schlussendlich auch eine Entscheidung für die Patienten.”

Der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH) begrüßte, dass nun die Standortfrage der europäischen Arzneimittelagentur EMA geklärt ist. “Wir bedauern zwar, dass Bonn nicht der neue Standort der EMA werden wird. Gleichwohl ist Amsterdam eine gute Wahl. Die wichtigsten Faktoren, die die Arbeitsfähigkeit der EMA auch nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU ermöglichen, sind dort gegeben”, so Dr. Elmar Kroth, Geschäftsführer Wissenschaft beim BAH.

Quellen: European Medicines Agency (www.ema.europa.eu), BAH, BPI  

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