Europäischer Antibiotikatag: Montgomery fordert gemeinsamen Kampf gegen Resistenzen

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Der Europäische Antibiotikatag am 18. November soll das globale Problem der Antibiotika-Resistenzen in den Fokus rücken. Ärztevertreter fordern gemeinsame Anstrengungen im Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen.

“Antibiotika-Resistenzen sind eine globale Gefahr, der wir mit einem internationalen Schulterschluss begegnen müssen.” Das erklärte Prof. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), im Vorfeld des Europäischen Antibiotikatages. Gerade die Industrieländer stünden in der Pflicht, mehr in Forschung und Entwicklung neuer Antibiotika, alternativer Therapien und besserer Testverfahren zu investieren.

Montgomery betonte, dass Deutschland in den letzten Jahren eine Vorreiterrolle im Kampf ge gen Antibiotika-Resistenzen übernommen habe. “Diesen Weg müssen wir konsequent weitergehen”, forderte er. So sei es notwendig, den Einsatz von Antibiotika in der Tiermast weiter zu senken. Die Ärzteschaft sei sich ihrer besonderen Verantwortung im Kampf gegen resistente Keime bewusst. In der ärztlichen Aus-, Fort-  und Weiterbildung werden umfangreiche Kenntnisse über Antibiotika-Resistenzen und einer rationalen Antibiotika-Therapie vermittelt. Strategien zum rationalen Einsatz von Antiinfektiva bilden einen Schwerpunkt der strukturierten curricularen Fortbildung “Antibiotic Stewardship” der Bundesärztekammer. Das Thema Antibiotika-Einsatz ist fester Bestandteil vieler weiterer Fortbildungsangebote der Landesärztekammern.

Montgomery mahnte auch eine bessere Personalausstattung in den Krankenhäusern an. “Studien belegen, dass eine hohe Arbeitsdichte das größte Risiko für nosokomiale Infektionen darstellt. Wir brauchen deshalb, insbesondere in Risikobereichen wie Intensivstationen, dringend mehr Ärzte und Pflegekräfte”, so der BÄK-Präsident.

KBV und vdek: Antibiotika nur anwenden, wenn es medizinisch notwendig ist

Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der Verband der Ersatzkassen (vdek) nehmen den Antibiotikatag zum Anlass, um auf das Problem der Resistenzbildung aufmerksam zu machen. In einer gemeinsamen Mitteilung riefen sie zum rationalen Einsatz von Antibiotika bei Grippe und Erkältungskrankheiten auf. Diese Infekte würden zu 90 Prozent durch Viren verursacht, Antibiotika seien deshalb wirkungslos erklärte Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vortsandsvorsitzender der KBV. Jede unnötige Einahme könne das Risiko erhöhen, dass Bakterien Resistenzen entwickelten. Hofmeister: “Daher appellieren wir an Ärzte und Patienten, Antibiotika nur anzuwenden, wenn es medizinisch wirklich notwendig ist“.

Ersatzkassen und KBV riefen die Versicherten der Ersatzkassen außerdem dazu auf, sich bei Erkältungskrankheiten möglichst im Rahmen des gemeinsamen RESIST-Programms beraten zu lassen. Die Ersatzkassen und die KBV engagieren sich seit Anfang 2017 in dem Projekt „RESISTenzvermeidung durch adäquaten Antibiotikaeinsatz bei akuten Atemwegsinfektionen“ für eine Verringerung unnötiger Antibiotikaverordnungen. Das Modellprojekt wird vom Innovationsfonds der gesetzlichen Krankenversicherung mit 14 Millionen Euro gefördert, wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Erste Ergebnisse sollen Ende 2019 vorliegen. Beteiligt sind rund 2.500 niedergelassene Ärzte in den KV-Regionen Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein, Saarland und Westfalen-Lippe.

(ja/BÄK/KBV/vdek)