Europas Ärzte wählen Montgomery zu ihrem Präsidenten13. November 2018 Prof. Frank Ulrich Montgomery. Foto: © axentis.de / Georg J. Lopata (Archivbild). Die Generalversammlung des Ständigen Ausschusses der Ärzte der europäischen Union (CPME) in Genf hat den Präsidenten der Bundesärztekammer (BÄK), Prof. Frank Ulrich Montgomery, mit großer Mehrheit (22:6 Stimmen) zu ihrem Präsidenten gewählt. Montgomery, der seit dem Jahr 2011 auch BÄK-Präsident ist, wird das Amt am 1. Januar 2019 von dem Schweizer Dr. Jacques de Haller übernehmen. Montgomery vertritt dann die Interessen der europäischen Ärztinnen und Ärzte gegenüber der Europäischen Kommission und dem Europaparlament für die nächsten drei Jahre. “Zwei große Ereignisse stehen Europa ins Haus: Brexit und Wahlen. Beides stellt eine Herausforderung für die Ärztinnen und Ärzte und das Gesundheitswesen dar”, betonte Montgomery und erklärte: “Mein Ziel ist es, in der Debatte um den Brexit gleichermaßen sichere Arbeitsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte sowie eine hohe Qualität der Versorgung zu erhalten. Europäische Ärzte leisten wichtige Dienste im Vereinigten Königreich – ohne sie bräche nach dem Brexit die Versorgung zusammen. Das gilt es im Interesse der Patienten zu verhindern.” Mit Blick auf die Wahlen zum Europaparlament und die Wahl einer neuen Kommission sagte Montgomery: “Wir Ärzte hoffen auf ein starkes, am Gemeinwohl orientiertes Parlament und eine Kommission, die Gesundheit voranstellt. ‘Health in all policies’ ist wichtiger als europäische Bürokratie und übergroße Industriefreundlichkeit.” Im Namen der Ärztinnen und Ärzte Europas bot Montgomery der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament eine enge Zusammenarbeit an, zum Beispiel bei Projekten, die den Zugang zur medizinischen Versorgung verbessern können. Gleichzeitig stellte er klar, dass das CPME den für die Gesetzgebung zuständigen Akteuren genau auf die Finger sehen werde, insbesondere dann, wenn die Union das Subsidiaritätsprinzip verletze und in die Kompetenz der Mitgliedstaaten eingreife. “Der Binnenmarkt darf nicht als Argument missbraucht werden, um die Autonomie der EU-Mitglieder bei der Organisation ihrer Gesundheitssysteme einzuschränken”, warnte Montgomery. Dem Ständigen Ausschuss der Europäischen Ärzte gehören die nationalen Ärzteorganisationen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union an. Er hat laut BÄK zum Ziel, “Auffassungen und Interessen der ärztlichen Berufsorganisationen zu koordinieren”. Auf unterschiedlichen Gebieten der Gesundheits- und Sozialpolitik würden die Auffassungen der einzelnen nationalen Ärzteschaften aufeinander abgestimmt, um so “als eine Stimme der Ärzte Europas” vor den europäischen Institutionen aufzutreten. Quelle: Bundesärztekammer
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