Experte für Stammzellforschung an die Universitätsmedizin Magdeburg berufen5. Oktober 2021 Prof. Dr. Ulf Kahlert – Leiter der Molekularen und Experimentellen Chirurgie der Universitätsmedizin Magdeburg – © Melitta Schubert/Universitätsmedizin Magdeburg Prof. Dr. Ulf Kahlert forscht auf dem Gebiet der Stammzellbiologie zur Entwicklung neuer Behandlungsverfahren und Technologien – ein möglicher Schlüssel im Kampf gegen Tumorerkrankungen. Der Campus der Universitätsmedizin Magdeburg begrüßt einen Neuzugang von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Zum 1. Oktober wechselt der Biologe Kahlert an die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und besetzt die Professur für Molekulare und Experimentelle Chirurgie an der Universitätsklinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie. Mit seiner Forschung auf dem Gebiet der Stammzellbiologie verfolgt der 39-Jährige das Ziel, molekulare Faktoren, die zu Tumorerkrankungen des Magen-Darm-Traktes und in Bereichen der Bauchspeicheldrüse, Galle und Leber führen, zu identifizieren, um damit bestehende Behandlungsstrategien zu verbessern und neue personalisierte Therapien zu entwickeln. Dabei interessiert ihn insbesondere die Bedeutung des Nervensystems für die Biologie dieser Tumorarten – ein bis dato wenig erforschtes Feld. Der gebürtige Dresdner hat in den vergangenen fünf Jahren die Abteilung Präklinik in der Klinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum Düsseldorf aufgebaut und geleitet. Er möchte mit seiner Expertise auf dem Gebiet der Stammzellforschung den Standort Magdeburg, aber auch ganz Sachsen-Anhalt auf diesem Feld mehr Sichtbarkeit verschaffen. „Stammzelltechnologien gehören für mich zu den Schlüsseltechnologien im Bereich der personalisierten Medizin und bilden damit die Grundlage für die Entwicklung klinisch relevanter Innovationen“, erläutert Kahlert. Sein Ansatz: Die Entwicklung von heterogenen zellulären Modellsystemen für Tumorerkrankungen für patientennahe Forschung. Hierbei können die Wissenschaftler mit Hilfe von genetisch umprogrammierten Zellen Krankheiten im Labor simulieren und damit molekulare Mechanismen entschlüsseln. „Aufgrund der hohen physiologischen Relevanz dieser Zellsysteme eignen sich solche gelagerten Plattformen hervorragend für die Frühphase der Entwicklung neuer Medikamente wie auch für die Medizinproduktenwicklung.“ Der Standort Magdeburg biete laut Kahlert dafür optimale Bedingungen: „Die Kombination der Stammzellforschung mit den erfolgreichen akademischen Zentren insbesondere den chirurgischen Expertinnen und Experten der Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, dem Knowhow in der roboter-gestützten Chirurgie und in der Entwicklung von neuen bildgebenden Verfahren an der Universität Magdeburg eröffnen eine Vielzahl an Kooperationsmöglichkeiten und für mich die Chance, meine Forschung auf einen sozioökonomisch breiteren Kontext als bisher ausweiten zu können.“ Kahlert studierte Biologie in Gießen, Freiburg und Brighton, Großbritannien. 2012 promovierte er zum Thema Glioblastomstammzellen und ging anschließend als Stipendiat der Deutschen Krebshilfe als Postdoktorand an das renommierte Johns-Hopkins-Krankenhaus in Baltimore (USA). Im November 2020 habilitierte er sich an der Heinrich-Heine-Universität zum Thema der Stammzelltechnologien in der onkologischen Präzisionsmedizin. Die Nachhaltigkeit und Reproduzierbarkeit experimenteller Resultate sind für Prof. Kahlert von großer Bedeutung. Deshalb engagiert er sich als akkreditiertes Mitglied von Normungsausschüssen im D.I.N. e.V. für die Entwicklung von Biotechnologie-Standards.
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