Exzellenzcluster „Inflammation at Interfaces“ fördert drei Forscherinnen mit insgesamt 200.000 Euro

Zur Förderung seiner Wissenschaftlerinnen auf dem Gebiet der Entzündungsforschung hat der Exzellenzcluster „Inflammation at Interfaces“ drei hochdotierte Dorothea-Erxleben-Forscherinnenpreise vergeben.

Als besonders innovativ wurde das Projekt der Kieler Prof. Almut Nebel sowie die Beiträge ihrer Lübecker Kolleginnen Prof. Karin Hartmann und Prof. Inke König bewertet. Zukünftig will der Exzellenzcluster den Dorothea-Erxleben-Forscherinnenpreis alle drei Jahre vergeben. 

Das Thema Gleichberechtigung ist aktueller denn je, da immer noch deutlich mehr Männer als Frauen auf Professuren beziehungsweise in leitenden wissenschaftlichen Stellen vertreten sind. Dazu sagte Wissenschaftsstaatssekretär Dr. Oliver Grundei: „Mit der Vergabe dieses Preises setzt der Exzellenzcluster „Inflammation at Interfaces“ ein Zeichen, dass ambitionierte Wissenschaftlerinnen gefeiert und gefördert werden. So tragen die hochdotierten Dorothea-Erxleben-Forscherinnenpreise dazu bei, Wissenschaftlerinnen die Umsetzung von innovativen Ideen zu ermöglichen. Außerdem zeigen sie der nächsten Generation von Forscherinnen, dass exzellente Forschung von Frauen im Land Schleswig-Holstein gefördert und anerkannt wird.“ 

Die Schirmherrin der Verleihung, Cluster-Mitglied Prof. Gabriela Riemekasten aus Lübeck, war 2015 die erste Frau in Deutschland, die einen Lehrstuhl für Rheumatologie besetzte. Trotz solcher Erfolge sei eine Chancengleichheit immer noch nicht erreicht, speziell wenn es um Führungspositionen in der Wissenschaft gehe. Riemekasten ergänzt: „Das Dorothea-Erxleben-Programm, das der Cluster seit einigen Jahren zur Förderung seiner Wissenschaftlerinnen betreibt, fördert herausragende Wissenschaftlerinnen. Eine neue und innovative Maßnahme ist der Dorothea-Erxleben-Forscherinnenpreis, der an besonders exzellente Forscherinnen aus dem Cluster vergeben wird, um innovative Entzündungsforschung zu unterstützen. Der Cluster setzt mit diesem außergewöhnlich hoch dotierten Preis ein deutliches Zeichen, dass Spitzenforschung starke Wissenschaftlerinnen braucht.“ 

Nebel, Molekularbiologin am Institut für Klinische Molekularbiologie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, erhält den mit 100.000 Euro dotierten Dorothea-Erxleben-Forscherinnenpreis. Sie leitet die Arbeitsgruppe „Langlebigkeit und alte DNA”. Im beantragten Projekt will Nebel DNA von Menschen aus der Jungsteinzeit analysieren, um evolutionsbiologische Einblicke in entzündliche Erkrankungen zu bekommen. 

Hartmann, geschäftsführende Oberärztin an der Hautklinik der Universität zu Lübeck, erhält den mit 50.000 Euro dotierten Dorothea-Erxleben-Forscherinnenpreis. Sie ist spezialisiert auf dermatologische und allergologische Erkrankungen, bei denen Immunzellen verändert sind. Mit der Förderung durch den Exzellenzcluster möchte die Wissenschaftlerin die Regulation von Mastzellen und die Erkrankung Mastozytose weiter erforschen. Hierdurch erwartet sich Hartmann wichtige Rückschlüsse auf die Ursachen entzündlicher Erkrankungen und die Entwicklung neuer Therapien.

König, Biostatistikerin an der Universität zu Lübeck, erhält ebenfalls den mit 50.000 Euro dotierten Dorothea-Erxleben-Forscherinnenpreis. König forscht an methodischen Verfahren, die die Vorhersage von Krankheitsentstehung und -verlauf aus hochdimensionalen Daten ermöglichen. Die studierte Psychologin und promovierte Humanbiologin war mit einem Projekt erfolgreich, in dem sie Methoden der Biostatistik anwenden will, um Patienten unterschiedlichen Behandlungsgruppen zu zuweisen. Auf diese Weise sollen zukünftig bessere Prognosen eines Behandlungserfolgs möglich sein. 

Der Exzellenzcluster „Inflammation at Interfaces“ hat den Dorothea-Erxleben-Forscherinnenpreis in diesem Jahr zum ersten Mal vergeben. Im Vergleich zu anderen Preisen ist der Dorothea-Erxleben Forscherinnenpreis hoch dotiert und thematisch sehr fokussiert: Nur Cluster-Wissenschaftlerinnen konnten sich mit einem exzellenten Projekt aus dem Gebiet der Entzündungsforschung bewerben. 

Die Namensgeberin Dorothea Erxleben war 1754 die erste Frau, die in Deutschland im Fachbereich Medizin promovierte. Sie ist ein Beispiel für starke Frauen in der Geschichte der Wissenschaft, die für die Möglichkeit in der Forschung zu arbeiten kämpfen mussten.

Quelle
Exzellenzcluster Entzündungsforschung
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