Fachgesellschaft Deutscher Herzchirurgen startet Organspende-Kampagne3. März 2020 Mit gutem Beispiel voran gehen: DGTHG-Vorstandsmitglieder sind selbst Organspender, wie nahezu alle Mitglieder der DGTHG (Privat-Dozent Dr. Wolfgang Harringer, Prof. Dr. Andreas Markewitz, OTA a.D., Dr. Andreas Beckmann, Prof. Dr. Markus Heinemann und Prof. Dr. Jan Gummert; Prof. Dr. Andreas Böning abwesend auf Bild) Foto: © DGTHG Die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) hat eine neue Organspende-Kampagne gestartet. Das Motto: „Schenk Leben nach Deinem Leben. Stirb nachhaltig”. Die Herztransplantation ist für viele herzkranke Menschen die einzige langfristige Überlebenschance. Die Spenderbereitschaft in Deutschland ist im Vergleich zu den europäischen Nachbarstaaten verhältnismäßig gering, so dass eine bundesweite Neuregelung der Organspende zur Debatte stand. Vorgesehen war die Widerspruchslösung: Jeder Bundesbürger ist automatisch Organspender, wenn der nicht bereits zu Lebzeiten explizit der Organspende widerspricht. Dieser Gesetzesentwurf fand im Deutschen Bundestag keine Mehrheit und wurde letztlich abgelehnt, obschon dieses Verfahren breiten Zuspruch in der Bevölkerung fand. Jetzt bleibt nur noch die bessere Aufklärung, in der Hoffnung, dass sich mehr Menschen mit der Organspende auseinandersetzen. 9000 Menschen warten auf ein Spenderorgan Die Lage ist dramatisch und die aktuelle Entscheidung wird nach Aussage der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie e.V. (DGTHG) zu keiner nennenswerten Verbesserung führen. „Mehr als dreimal so viel Menschen warten aktuell auf ein Spenderherz, denn keine geeigneten Organe stehen zur Verfügung“, erklärt Prof. Jan Gummert, Präsident der DGTHG. Im vergangenen Jahr haben in Deutschland 932 Menschen nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe für eine Transplantation gespendet. Jeder der 932 Spender hat im Durchschnitt mehr als drei schwerkranken Patienten eine neue Lebenschance geschenkt. Gleichzeitig waren zum Jahresende jedoch mehr als 9000 Menschen für eine Transplantation registriert. Differenzierte Begleitung des Themas Organspende; im Fokus: Aufmerksamkeit und Aufklärung Nach Ansicht der DGHTG braucht es einen neuen Ansatz: „Wir haben unsere Organspende-Kampagne gestartet, weil wir vor allem die Zielgruppe der 20- bis 40-jährigen sensibilisieren und ermutigen wollen, sich mit dem Thema auseinander zu setzen“, erklärt Herzchirurg Gummert. „Es ist wichtig, dass ein Umdenken erfolgt; wir den Tod als Teil des Lebens verstehen und gleichzeitig achtsam mit dem Thema, den Familien und der sicher außergewöhnlichen Situation umgehen. Dazu gehören die professionelle Begleitung und der sensible Umgang mit der Thematik ebenso wie die lückenlose Aufklärung.“ Organspende-Kampagne mit Motiv Día de Muertos Einen neuen Ansatz fand die DGTHG mit dem Día de Muertos, dem Tag der Toten, welcher als Feier des Lebens und des Todes heute nicht nur im Ursprungsland Mexiko, sondern auch in ganz Lateinamerika gefeiert wird und in jüngster Zeit auch in Deutschland an Bedeutung gewinnt. Verstorbene Familienmitglieder werden gewürdigt, in Liebe und Respekt. Zu den typischen Feierlichkeiten gehören die bunten Calaveras (Schädel) und Calacas (Skelette), Sinnbild der engen Verbindung von Leben und Tod. Heutzutage sind die Feierlichkeiten zum Día de los Muertos eine Mischung aus prä-hispanischen, religiösen Riten und christlichen Festen. Das Prozedere beginnt am 31. Oktober und erstreckt sich dann über den 1. und 2. November – Allerheiligen und Allerseelen im katholischen Kalender. Das Brauchtum zum Tag der Toten wurde 2003 von der UNESCO zum Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit ernannt. DGTHG: Wir sind Organspender und gehen mit gutem Beispiel voran „Wir glauben, dass wir mit unserem Kampagnen-Motiv einen modernen, wenn auch progressiven und zugegebenermaßen auch provokanten Weg gehen“, erklärt Gummert, der das größte Herztransplantationszentrum Deutschlands leitet. „Unsere Botschaft ist wichtig: Schenk Leben nach Deinem Leben. Wir sehen tagtäglich Menschen, die um ihr Leben kämpfen, zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Es ist nicht zu viel von uns als Gesellschaft verlangt, sich noch eingehender mit dieser komplexen Thematik zu befassen. Das wollen wir erreichen: Intensives Nachdenken. Und im besten Fall ein Umdenken. Dabei sei erwähnt, dass wir alle vom DGTHG-Vorstand und sicherlich auch der überwiegende Teil der DGTHG-Mitglieder, selbstverständlich selbst Organspender sind. Wir wollen mit gutem Beispiel voran gehen.“
Mehr erfahren zu: "Krankenkassen 2025 im Plus – Ausgaben steigen" Krankenkassen 2025 im Plus – Ausgaben steigen Die Finanzlage der Gesetzlichen Krankenversicherungen bleibt angespannt – auch wenn die vorläufige Bilanz für das vergangene Jahr positiver aussieht.
Mehr erfahren zu: "DGEM begrüßt gesetzliche Verankerung zur Erkennung von Mangelernährung" DGEM begrüßt gesetzliche Verankerung zur Erkennung von Mangelernährung Der Deutsche Bundestag hat erstmals eine verpflichtende systematische Erkennung von Mangelernährung in Krankenhäusern auf den Weg gebracht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) begrüßt den Beschluss als wichtigen Fortschritt für […]
Mehr erfahren zu: "Mit der Mammographie zur kardiovaskulären Risikobewertung" Mit der Mammographie zur kardiovaskulären Risikobewertung Laut einer jüngst im „European Heart Journal“ veröffentlichten Studie lässt sich das Risiko schwerer oder gar tödlicher Herzerkrankungen mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) bei der Analyse von Mammographien vorhersagen.